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Thomas Gebert: Die Hintergründe zum Brexit-Entscheid

Thomas Gebert

Thomas Gebert beschäftigt sich seit 40 Jahren mit Börse. Der Name steht wie kein anderer für die quantitative Analyse in Deutschland. Seine Untersuchungen mündeten im Gebert-Börsenindikator, der seit 1996 unter realen Bedingungen treffsichere Signale liefert. Gegenüber dem AKTIONÄR äußerte sich Gebert zum Brexit.


Herr Gebert, warum hat den Brexit keiner kommen sehen?
Dass so viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt worden sind und schwere Verluste durch den Brexit erlitten haben, liegt hauptsächlich daran, dass die Wettquoten der Buchmacher während der ganzen Zeit vor der Abstimmung eine sichere Mehrheit für den Verbleib vorgegaukelt hatten. Interessant ist daran, dass bei den Buchmachern sehr viele kleine Beträge aus dem ganzen Land auf den Austritt gesetzt und ganz wenige Riesenwetten aus London auf den Verbleib abgeschlossen worden sind. Das legt mir die Vermutung nahe, dass einige Hedgefonds aus in London, die die Stimmung in Großbritannien gegen Europa gespürt haben, große Beträge, in der Größenordnung von zusammen etwa 30 Millionen Pfund, auf den Verbleib gewettet haben, um die Wettquoten dahingehend zu manipulieren, dass sie für einen Verbleib in der EU sprechen.


Wie sind die Wettquoten manipuliert worden?
Die Wettquoten richten sich ja nach Angebot und Nachfrage. Je nachdem, wer wie viel auf welchen Ausgang setzt, ändert sich die Quote. Gleichzeitig haben sie vermutlich Riesenbeträge an den Finanzmärkten auf den Austritt gesetzt. So haben sie 30 Millionen Pfund als Wette eingesetzt, die sie bewusst verloren haben um mehrere Milliarden Pfund mit ihren Short-Positionen auf das Britische Pfund und auf den Kollaps der internationalen Aktienkurse zu gewinnen. Diejenigen, die an die Wettquoten geglaubt haben, fest von einem Verbleib der Briten in der EU ausgegangen sind und vor der Abstimmung Aktien gekauft haben, sind geleimt worden.


40 Prozent besser als der DAX
Mit seinem Börsenindikator hat Thomas Gebert einen der zuverlässigsten Gesamtmarktindikatoren überhaupt entwickelt. Seit Anfang Mai zeigt dieser nun rotes Licht. Wie Thomas Gebert aktuell positioniert ist, erfahren Sie im GebertBrief. Das Depot hat seit Auflage im April 2015 eine Performance von über 13 Prozent auf das Parkett gelegt. Zum Vergleich: Der DAX hat im gleichen Zeitraum rund 24 Prozent verloren. Die Outperformance gegenüber dem DAX liegt dementsprechend aktuell bei fast 40 Prozent.

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  • Ulrich Eschbach -
    War der Gebert-Indikator im Juni vor dem Brexit nicht auf ein Kaufsignal gewechselt?

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