T-Mobile US
- Benedikt Kaufmann

T-Mobile US: Mobilfunksektor jetzt vor Übernahmewelle?

Die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen in den USA ist abgeschlossen. Mit dem Ende der Auktion werden die Verhältnisse unter den amerikanischen Mobilfunkanbietern auf Jahrzehnte hin zementiert. Nur Übernahmen können hieran etwas ändern. Erneut im Mittelpunkt der Spekulationen: T-Mobile US.

Neue Frequenzen für neue Kunden

T-Mobile US hatte für das Wettbieten rund zehn Milliarden Dollar zur Seite gelegt. Wie viel die Marktführer Verizon, AT&T und T-Mobile US im Einzelnen für die Frequenzen boten ist noch nicht bekannt. Mit insgesamt 19,6 Milliarden Dollar kamen die Mobilfunkanbieter jedoch günstig weg – erwartet wurde eine Gesamtsumme von 86 Milliarden Dollar.

Die zusätzlichen Frequenzen benötigt T-Mobile, um die Nachfrage der stark wachsenden Zahl an Kunden zu befriedigen. Im Jahr 2016 gewann das Unternehmen erneut über vier Millionen neue Vertragskunden – ein Wert, von dem die Konkurrenz nur träumt. T-Mobile US luchst den großen Anbietern AT&T und Verizon durch Billigstpreise und Promo-Aktionen ständig Kunden ab.

Nach der Versteigerung: Übernahmespekulationen

Das Ende der Versteigerung hat einen weiteren Effekt: Die Übernahmespekulationen um T-Mobile US kochen erneut hoch. Die Mobilfunkanbieter haben durch die günstigen Frequenzen rund 66 Milliarden Dollar zur Verfügung, die bereits in den Bilanzen veranschlagt worden sind. Bis Mitte April verbietet die US-Regulierungsbehörde FCC jedoch allen Teilnehmern der Auktion, Übernahmegespräche zu führen.

JP Morgan sieht bei T-Mobile US eine 90 prozentige Chance für eine Übernahme. Als potentielle Käufer nennt JP Morgan namentlich Sprint und Dish Network. Sprint versuchte bereits Mitte 2014 T-Mobile US zu übernehmen, ließ jedoch aufgrund regulatorischer Hürden das Angebot fallen. Die neue US-Regierung könnte einer strategischen Konsolidierung im US-Mobilfunksektor lockerer gegenüberstehen. Zudem versprach die japanische Softbank Group Präsident Trump, mehr als 50 Milliarden Dollar in US-Firmen zu investieren. Softbank hält 80 Prozent an Sprint.

50 Prozent des Gewinns realisieren

Bei einer Kursrallye von rund 30 Prozent seit den Q3-Zahlen Ende Oktober ist ein Großteil des starken Kundenwachstums bereits eingepreist. Zusätzlich könnte es im laufenden Jahr für T-Mobile US schwieriger werden den kostenintensiven Preiskampf aufrechtzuerhalten. DER AKTIONÄR empfiehlt die Hälfte der Gewinne mitzunehmen und die andere Hälfte als spekulative Position im Depot zu belassen. Denn 2017 könnte ebenso das Jahr der langerwarteten Übernahme sein.


 

 
Confronting Capitalism

Autor: Kotler, Philip
ISBN: 9783864703768
Seiten: 258
Erscheinungsdatum: 15.06.2016
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

1989: Der Kommunismus ist tot, der Kapitalismus hat sich als das überlegene System erwiesen. 2008: Die Wall Street bringt die Weltwirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs. 2015: Wir können nicht mehr die Augen vor gravierenden ökonomischen Problemen verschließen. Philip Kotler schaut ganz genau hin. In seinem neuen Buch legt er den Finger in die Wunden des Kapita lismus. Er identifi ziert und analysiert insgesamt 14 strukturelle Mängel: zunehmende Armut, wachsende Ungleichheit, Jobverlust durch Auto matisierung, Umweltzerstörung, Profi t orientierung, …
Kotler zeigt, woran der Kapitalismus krankt – und welche Maßnahmen wir ergreifen müssen, um »das beste aller Wirtschaftssysteme« wieder zukunftsfähig zu machen.

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