Steinhoff
- Andreas Deutsch - Redakteur

Steinhoff: Erst große Hoffnung, jetzt große Langeweile

Seit Steinhoff Ende Februar seinen Zwischenbericht vorgelegt hat, ist es still geworden um das Unternehmen. Auch beim Aktienkurs tut sich fast nichts mehr. Es sieht so aus, als ob die Zocker langsam die Lust an dem kriselnden Möbelhändler aus Südafrika verlieren. Wahrscheinlich wird es erst in fünf Wochen wieder spannend.

Dann legt die Steinhoff International Holdings aller Voraussicht nach die testierten Geschäftsberichte für 2017 und 2018 vor. Die Tochter Steinhoff Investment Holdings folgt Ende Mai. Einen früheren Veröffentlichungstermin konnte Steinhoff nicht einhalten – als Grund nannte der südafrikanische Möbelhändler Verzögerungen im Prüfungsprozess. Mittlerweile sollen die Prüfungen durch PwC abgeschlossen sein. Die Ergebnisse sollen in diesen Tagen an den Verwaltungsrat übermittelt werden.

Der Aufarbeitungsprozess der Steinhoff-Krise erweist sich somit als ausgesprochen zäh. Zu zäh für viele Zocker, die offenbar auf eine Rettung in absehbarer Zeit spekuliert hatten. Große Ausschläge sind seit Wochen Fehlanzeige. Seit dem Zwischenhoch vor drei Wochen hat die Aktie 15 Prozent eingebüßt.

Ende Februar meldete Steinhoff, dass der Umsatz im vierten Quartal 2019 zwar um drei Prozent gestiegen ist, die Geschäfte aber nach wie vor unter den Auswirkungen eines Bilanzbetruges litten. Starke Verkäufe der separat gelisteten afrikanischen Einheit Pepkor konnten die schwachen Ergebnisse in Frankreich, den USA und im asiatisch-pazifischen Raum ausgleichen.

Black Box

Steinhoff hat bereits zwölf Milliarden Dollar abgeschrieben. Wie viel da noch kommt oder was bei den Klagen gegen das Unternehmen herauskommt, ist völlig offen. Kein Kauf.

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