Steinhoff
- Andreas Deutsch - Redakteur

Steinhoff, Alno, Beate Uhse: Was bringt die Zockerei mit den Penny Stocks?

Bitcoin, Cannabis, Lithium und Co: Die Anleger sind derzeit mächtig heiß auf den Thrill an der Börse. Auch deutsche Nebenwerte, längst zu Penny Stocks verkommen, finden sich in den Most-Wanted-Listen der Onlinebroker.

DAX und Dow Jones scheinen vielen Anlegern derzeit einfach zu langweilig zu sein. Sie wollen den Kick. Und den holen sie sich aktuell bei Aktien, die brutal abgestürzt sind. Steinhoff, Alno und Beate Uhse werden seit Wochen rauf- und runtergetradet. Bei diesem Glücksspiel braucht man vor allem zwei Sachen: gute Nerven und Spielgeld.

Denn noch ist völlig unklar, wie der Fall Steinhoff ausgeht. Das Unternehmen steht unter Druck, nachdem Zweifel an den Bilanzen aufgekommen sind. Derzeit verhandelt Steinhoff mit den Banken und weiteren Kreditgebern. Ausgang ungewiss.

Die Rating-Agentur Moody’s stufte ihre Bonitätsnote für das Unternehmen Ende Dezember in den Ramschbereich auf “Caa1” ab. Die Experten sehen also ein hohes Ausfallrisiko bei den Steinhoff-Krediten.

Totentanz

Anders als bei Steinhoff ist Alno bereits gerettet, der britische Investor Riverrock übernimmt die werthaltigen Assets Küchenherstellers. Den Aktionären des Unternehmens bleibt die insolvente Alno AG, die wertlos ist, da nach Befriedigung der Gläubigeransprüche kaum mehr werthaltige Assets vorhanden sein dürften.

Bei Beate Uhse deutet sich das gleiche Spiel an. Der Erotikhersteller sucht einen Investor, aber auch der wird nur das übernehmen, was werthaltig ist. Den Altaktionären bleibt auch hier der wertlose Rest. Trotzdem wird mit der Aktie gezockt.

Die beiden Fälle erinnern an die Arcandor-Pleite. Auch hier wurde die Aktie des pleite gegangenen Handelsriesen wochenlang hin- und hergezockt. Vielleicht war es bei Arcandor genau wie jetzt bei Alno und Beate Uhse eine Mantelspekulation, die die Börsianer in die Aktien trieb. Vielleicht war es aber auch einfach der Kick, bei einem Totenzock einige Prozent Rendite einzustreichen.

Nur für harte Typen

Steinhoff hat noch nicht Insolvenz angemeldet. Die Lage ist verzwickt, aber nicht aussichtslos. Alno und Beate Uhse sind bereits über die Klippe gesprungen und ihre Aktien wirklich nur etwas für Hardcore-Zocker. Wer noch Restbestände von Alno und Beate Uhse im Depot hat, sollte die Aktien am besten über die Börse verkaufen, um zumindest noch steuerliche Verluste geltend machen zu können.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

Steinhoff: Nur eine Aktie ist noch schlechter

Nach zwei Tagen Höhenflug ist die gute Laune beim angeschlagenen Steinhoff-Konzern schon wieder vor. Am Donnerstag kommt es zu Gewinnmitnahmen, die Aktie verliert am Nachmittag sieben Prozent. Die Performance auf Jahressicht ist- wen wundert’s – ein Desaster. Aber die rote Laterne hat 2018 eine … mehr
| Börsen.Briefing. | 0 Kommentare

Steinhoff-Aktie: Annäherung an Null-Linie

Bei der Aktie von Steinhoff ist heute nicht mit einer Erholung zu rechnen. Die Aktie des Möbelhändlers, der zuletzt erneut durch die Verschiebung der Veröffentlichung seiner testierten Bilanzen für großen Unmut sorgte, wurde gestern mit beiden Händen auf den Markt geworfen. 11,19 Prozent Minus, … mehr
| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

Steinhoff: Alle raus hier

Die Meldung, dass die sehnsüchtig erwarteten Bilanzen viel später kommen als erwartet, bringt bei Steinhoff das Fass zum Überlaufen. Die Aktie setzt am Montag ihren Tiefflug fort und markiert mit 0,0946 Euro den tiefsten Stand seit drei Monaten. Unterdessen gibt es neue Verdachtsmomente in … mehr