Steinhoff
- Andreas Deutsch - Redakteur

Steinhoff: „Es tut uns wirklich sehr leid“

Der schwer angeschlagene Möbelhändler Steinhoff tut sich bei der Aufarbeitung der Ereignisse der vergangenen Jahre offensichtlich noch schwerer als gedacht. Nachdem das südafrikanische Unternehmen am Freitag gemeldet hat, dass die Geschäftsberichte noch später veröffentlicht werden, geht es mit der Aktie auch am Montag abwärts.

Der Titel verliert im frühen Handel in Frankfurt 1,7 Prozent auf 0,108 Euro und nähert sich damit dem 3-Monats-Tief bei 0,1032 Euro. Seit dem Zwischenhoch vom März hat die Aktie 22 Prozent verloren.

Steinhoff-Finanzvorstand Philip Dieperink äußert Mitleid mit den Aktionären: „Wir bedauern diese weitere Verzögerung aufrichtig“, so der CFO. Zwar hätte das Unternehmen erhebliche Fortschritte erzielt. „Doch der Umfang und die Komplexität der Buchhaltungs- und Prüfungsarbeiten haben die Arbeitsbelastung erheblich erhöht.“

Dieperink und auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte seien zuversichtlich, dass der neue Zeitplan eingehalten werden könne.

Der Geschäftsbericht für das Jahr 2017 soll nun am 7. Mai veröffentlicht werden, der Bericht für 2018 am 18. Juni.

Darüber hinaus meldete der Möbelhändler eine weitere Verstärkung seines Verwaltungsrats. Louis Strydom, früher Leitender Angestellter bei PwC, wird in das Gremium aufsteigen. Er beginnt seine Arbeit am 1. Juni und berichtet direkt an den Steinhoff-Vorstandsvorsitzenden.

Viele Fragezeichen

Die erneute Verschiebung zeigt, wie vertrakt die Situation bei Steinhoff ist. Auch wenn die Geschäftsberichte in ein paar Wochen veröffentlicht werden, dürfte immer noch nicht klar sein, welche Zukunft das schwer angeschlagene Unternehmen in einer hart umkämpften Branche hat. Kein Kauf.

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