Steinhoff
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Steinhoff-Aktie: Der wahre Grund für den Kurssprung

Die Aktie des Möbelkonzerns Steinhoff ist ohne jeden Zweifel der heißeste Pennystock Deutschlands. Binnen zwei Handelstagen hat das Papier nun 20 Prozent an Wert gewonnen. Die ersten wittern eine Trendwende hin zum Besseren, ziehen Bewertungskennziffern wie den Buchwert heran, blicken optimistisch der Veröffentlichung von Unternehmenszahlen entgegen, oder betrachten und bewerten die technische Verfassung der Aktie. Die Wahrheit ist eine andere. 

Wie AKTIONÄR-Redakteur Andreas Deutsch unter Verweis auf eine Reuters-Meldung am Dienstag berichtete, hat die LSW GmbH (einer der Gläubiger von Steinhoff) Klage gegen Steinhoff eingereicht. De facto blockiert die Gesellschaft damit Sanierungspläne des südafrikanisch-niederländischen Konzerns, der den Plan verfolgt seine Wandelanleihe in neue gesicherte Kredite umzuschichten. LSW wird dem österreichischen Unternehmer Andreas Seifert zugeordnet, der laut Börsen-Zeitung noch eine alte Rechnung mit Steinhoff zu begleichen hat. Mit seiner Klage jedenfalls gelingt es ihm zumindest, Steinhoff unter Druck zu setzen. In den vergangenen Tagen ist also nichts besser, einiges aber womöglich sogar schwieriger geworden.

Klar ist weiterhin auch, dass solange Steinhoff seine Bilanzen für die vergangenen Jahre nicht in revidierter, geprüfter Form vorlegt, Anleger weiterhin im Dunkeln tappen. Mit einer Veröffentlichung wird nicht vor April gerechnet, nachdem zuvor immer wieder Verzögerungen auftraten.

Wer den Grund für den neuerlichen Anstieg nun im Chart zu finden glaubt, sollte sich ins Bewusstsein rufen, dass Chartanalysen in Fällen wie Steinhoff nur bedingte Aussagekraft haben. Sie sind ein netter Strohhalm, meist aber nutzlos. Kursbewegungen folgen eher auf neue Spekulationen, werden schnell zu selbsterfüllenden Prophezeiungen, weil sie weitere Anleger anziehen. Das gilt allerdings in die eine wie in die andere Richtung. Erst im November legte die Steinhoff-Aktie eine ähnliche Rallye aufs Parkett wie jetzt. Es folgte ein jäher Absturz unter zehn Cent.

Die Wahrheit ist also ernüchternd. Trotz des Kursanstiegs hat sich nichts an der Gesamtverfassung des Unternehmens geändert. Anders gesagt: Die Aktie ist und bleibt auf dem aktuellen (unveränderten) Kenntnisstand hinsichtlich des Sanierungsvorhabens vor allem eines: Ein Papier, mit dem gern und oft gezockt wird. Dass der Kursanstieg auf eine eher negative Meldung folgt, ist dabei bezeichnend. Eine Fortsetzung ist daher ebenso möglich wie ein erneuter Absturz in den einstelligen Cent-Bereich.

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