Solarworld
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Solarworld fast verdreifacht: Von 50 Cent auf 1,30 Euro

Es ist das Ende einer Ära, aber war seit langem erwartet: Der Solartechnik-Hersteller Solarworld ist insolvent. Der entsprechende Insolvenzantrag wird heute beim zuständigen Amtsgericht eingereicht. Sinkende Preise für Solarmodule und eine existenzbedrohenden Klage in den USA dürften ausschlaggebend sein.

Das Ende von Solarworld war absehbar. 2016 gab es tiefrote Zahlen, die Ankündigung von. Unternehmenschef Frank Asbeck, mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen, hat die Leidenszeit der Aktionäre bestenfalls verlängert. Glauben konnte man ihm das nicht.

2016 war der Weltmarktpreis für Solarmodule um rund ein Fünftel abgestürzt. Hintergrund sind starke Überkapazitäten in China. Solarworld wirft der chinesischen Solarbranche extremes Preisdumping vor. Zudem kämpft Solarworld in den USA mit einem Rechtsstreit: Der ehemalige US-Siliziumlieferant Hemlock hat Solarworld auf rund 720 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Spätestens mit der im März erfolgen Meldung, dass die Solarworld AG einen Verlust in der Hälfte des Grundkapitals verzeichnen musste, war klar, dass die Insolvenz zeitnah kommt. Für die Aktionäre, die teilweise noch aus Neuer-Markt-Zeiten dabei sind, ein bitteres Ende einer ehemaligen deutschen Erfolgsgeschichte. Die Aktie ist und bleibt ein Instrument für Zocker. Innerhalb von nur einem Tag hat sich der Wert fast verdreifacht. Gestern notierte der Wert nach der Insolvenzmeldung noch um 50 Cent. Aktueller Kurs: 1,30 Euro.

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