SMA Solar Technology
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Solar-Crash: SMA Solar kritisiert Politik

Der Solartechnik-Hersteller SMA Solar hat harsche Kritik an der Energiepolitik in Deutschland geäußert. "Ich glaube, es gibt keine Industrie in Deutschland oder sonstwo auf der Welt, die mit so schnell veränderten Rahmenbedingungen umgehen muss", sagte der Vorstandsvorsitzende Pierre-Pascal Urbon der "Welt am Sonntag". Er vermisse bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die "langfristige Vision, wie unsere Energieversorgung in zehn Jahren aussehen soll".

Der Chef des TecDAX-Unternehmens verwies auf die Bedeutung des Wirtschaftsstandorts: "Von Deutschland geht eine große Signalwirkung aus. Wenn wir hier die Rolle rückwärts machen, schaden wir dem Land und verlieren Glaubwürdigkeit." Gleichzeitig hält Urbon an der Produktion hierzulande fest: "Unabhängig von der politischen Debatte ist Deutschland für uns sehr wichtig und bleibt unser Hauptstandort."

Planlose EEG-Politik

SMA ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern. Doch während der Weltmarktanteil vor einigen Jahren noch bei deutlich über 30 Prozent lag, liegt er nun nur noch bei rund 13 Prozent. Zu schaffen macht SMA Solar, dass rund 60 Prozent der Umsätze im rückläufigen europäischen Markt erzielt werden.

Die Kritik an der Poltik ist verständlich: In Zeiten, in denen die Modulkosten noch ein Vielfaches der jetzigen betrugen, förderte der Staat über die Einspeisevergütung (zu) massiv den Zubau von Photovoltaik. Just zu dem Zeitpunkt, als Solar günstiger wurde (und Länder wie China und Japan begannen, verstärkt Solarmodule zuzubauen), legte die Politik in Deutschland jedoch eine Vollbremsung ein. Folge: Der heimische Markt ist rund 50 Prozent rückläufig.

Abwarten!

Charttechnisch hat sich die Hoffnung auf einen Rebound nicht erfüllt. Trader warten die Rückeroberung der wichtigen 30-Euro-Marke ab. Aus fundamentaler Sicht drängt sich ein Einstieg weiterhin nicht auf – zu schwach ist die Positionierung in den Wachstumsmärkten China und Japan.

(Mit Material von dpa-AFX)

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