Silber
- Marion Schlegel - Redakteurin

Neue große Silber-Rallye: "Ziel 100 Dollar"

Der Silberpreis hat sich seit Anfang Februar deutlich erholen und sich über der insbesondere psychologisch wichtigen Marke von 20 Dollar etablieren können. Vieles spricht dafür, dass die seit Mitte 2011 andauernde große Korrektur ihr Ende gefunden haben könnte. DER AKTIONÄR hat mit dem anerkannten Silberexperten David Morgan, Herausgeber des Morgan Reports, über die weitere Entwicklung bei Silber und auch bei Gold gesprochen.

Herr Morgan, angeblich haben Sie bereits als Teenager in Silber investiert und besitzen mittlerweile große Mengen in physischer Form. Wie kam es zu dieser Begeisterung für Silber?

David Morgan: Eigentlich interessierte ich mich während der ersten Hausse mehr für Gold. Doch als klar wurde, dass die Hunt Brüder investierten, fragte ich mich, warum favorisieren sie Silber anstatt Gold. Das gab den Anstoß für meine Faszination für Silber. Als ich mich damit beschäftigte, fand ich es bei Weitem interessanter als Gold. Und erkannte, dass es mehr Entwicklungspotenzial hat.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Edelmetalle im vergangenen Jahr? Wie kam es zu den Verlusten?

Die Nachfrage nach Rohmetallen hat nachgelassen, als die Weltwirtschaft anfing zu schwächeln, besonders als China litt. Verluste gibt es immer wieder einmal in einem Bullenmarkt. Grundsätzlich hat sich jedoch nichts geändert. Die Wirtschaften der zweiten und dritten Weltländer werden sich weiterentwickeln. Und das bedeutet eine weiterhin steigende Nachfrage nach Rohstoffen.

Haben wir 2013 das Tief der laufenden Korrektur am Silbermarkt gesehen?

Ja, wir haben das Tief am 28. Juni 2013 bei einem Intraday-Tief von 18,17 Dollar festgemacht. Davor hatte sich Silber sieben Monate lang über diesem Level gehalten. Die Zeit wird es zeigen, ob ich recht damit habe. Aber im Moment sehe ich das als das Tief.

Wie sehen Sie die Chancen für das laufende Jahr? Sehen wir aktuell Einstiegskurse bei den Edelmetallen?

Silber und Gold werden dieses Jahr steigen und dies ist ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg in Edelmetalle. Denn beide notieren nahe oder noch unter ihren Produktionskosten. Jedes Mal, wenn Sie unter diesen Produktionskosten kaufen und dann Geduld haben, werden Sie gute Gewinne machen.

Was erwarten Sie in den kommenden fünf Jahren? Welchem Edelmetall trauen Sie mehr zu? Und wo werden Gold und Silber ihrer Ansicht nach dann stehen?

Innerhalb der kommenden fünf Jahre erwarte ich definitiv eine Veränderung für das weltweite Wirtschafts- und Währungssystem. Es ist schwierig vorherzusagen, wo Silber und Gold dann stehen werden. Nach heutigen Maßstäben stünde Gold bei 3.000 Dollar oder höher und Silber mindestens bei 100 Dollar. Ich bin sicher, Silber wird Gold in diesem Markt outperformen.

In welcher Phase des Bullenmarktes befinden wir uns Ihrer Ansicht nach derzeit? Wann dürfte der Höhepunkt erreicht sein?

Wir sind mehr als zur Hälfte durch – was die Zeit angeht. Aber vielleicht nur ein Viertel, den Preis betreffend. Ich denke, wir werden im Jahr 2016 das Hoch für Edelmetalle erreicht haben.

Was sollte ein Investor kaufen: Aktien, Münzen oder beides?

Münzen und Aktien zu kaufen ist gerade sehr empfehlenswert. Aktien bieten jedoch in vielen Fällen noch mehr Wert. Allerdings sagt man ja, nur Bares ist Wahres, und deshalb ist es immer wichtig, auch Münzen zu besitzen.

Könnten Sie zum Abschluss noch ein Fazit zum Silbersektor im Allgemeinen ziehen?

Silber ist sehr volatil. Dennoch hat es sich als das beste Investment in einem hochinflationären Umfeld bewiesen. Nachdem die Regierungen weltweit Geld drucken wie noch nie in der Geschichte, hat Silber das Potenzial, alles andere an Investment zu übertreffen – und das schon sehr bald.

Herr Morgan, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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