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- Benedikt Kaufmann

SAP-Chef McDermott: „Fake News“

Nach den Veränderungen in der Cloud-Führungsriege zeigen sich Anleger besorgt, dass SAP ein Richtungsproblem in der Zukunftssparte hat. Negative Analysten-Studien taten ihr übriges. Die Aktie fiel unter die 100-Euro-Marke. Jetzt meldet sich SAP-Chef Bill McDermott zu Wort.

SAP-Chef im Interview

SAP-Chef Bill McDermott sieht die Führungsriege des größten europäischen Softwareherstellers trotz zweier prominenter Abgänge in kurzer Zeit gut aufgestellt. "Es gibt und gab keine Probleme im Vorstand", sagte der US-Amerikaner der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Wenn zwei Vorstände, die zusammen fünfzig Jahre für SAP gearbeitet haben, nach langer Zeit etwas Neues planen, dann ist das völlig normal."

Vor kurzem hatten Produktvorstand Bernd Leukert und jüngst auch der Cloudsparten-Chef Robert Enslin das Unternehmen verlassen. "Machen Sie aus dem Ausscheiden keine Fake News", betonte McDermott. Einen Richtungsstreit oder Probleme bei der Integration übernommener Firmen verneinte McDermott. "Unser Aufsichtsratsvorsitzender Hasso Plattner und ich sind vollständig auf einer Linie."

Das Ausscheiden von Leukert und Enslin hatte bei Anlegern Fragen aufgeworfen. "Von Verunsicherung kann nicht die Rede sein", erwiderte McDermott. Mit der weiter wachsenden Business-Software und dem geplanten rasanten Umsatzanstieg bei Cloudsoftware werde der Dax-Konzern die Marge und den freien Geldzufluss in der Kasse steigern. "Das ist es, was die Aktionäre wollen, und das werden wir liefern."

Restrukturierung läuft weiter

Derzeit läuft bei dem Konzern die nächste Umbauwelle hin zu Zunkunftsfeldern, 4400 Stellen will SAP umschichten. McDermott erneuerte im Interview seine Absicht, den Börsenwert des wertvollsten deutschen Dax-Konzerns bis 2023 auf 250 bis 300 Milliarden Euro zu steigern. Derzeit liegt der Marktwert aller SAP-Aktien bei gut 122 Milliarden Euro.

Nach drei negativen Analysten-Studien der vergangenen Tage ist die SAP-Aktie aber wieder unter die 100-Euro-Marke gefallen. Vom Rekordhoch und der Rekordmarktkapitalisierung von 133 Milliarden Dollar ist die Aktie damit noch etwas entfernt.

DER AKTIONÄR bleibt jedoch weiterhin davon überzeugt, dass SAP in der Cloud rasant weiterwachsen wird und seine Umsatzziele erreichen kann. Die Prognose der Unternehmensführung bis 2020 eine Bruttomarge von 71 Prozent zu erreichen, bleibt jedoch knackig. Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert.

Mit Material von dpaAFX

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