RWE
- Maximilian Völkl

RWE: Vier Probleme!

Seit dem Börsengang der Tochter Innogy verbleibt bei RWE lediglich das konventionelle Energiegeschäft. Der DAX-Konzern muss nun beweisen, dass mit den alten Kraftwerken und der 77-Prozent-Beteiligung an der grünen Tochter ein zukunftsfähiges Modell entstanden ist. Vier Probleme müssen gelöst werden.

Politik

In Nordrhein-Westfalen und im Bundestag stehen Wahlen an. Ein Erfolg der Grünen wäre ein herber Rückschlag, da dann das schnelle Abschalten dreckiger Meiler droht. Gleichzeitig wird in Brüssel bei der EU über den Emissionshandel entschieden. Werden die Kohlendioxid-Zertifikate zu teuer, drohen finanzielle Schwierigkeiten.

Großaktionär

Bei RWE sind traditionell zahlreiche Kommunen investiert. 24 Prozent der Anteile halten sie und fordern eine rasche Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen. Das Problem: Liefert Schmitz nicht, droht der Ausstieg der Großaktionäre. Eigentlich wird das Geld aus dem Börsengang von Innogy aber für den Atomausstieg und eine Verbesserung der angeschlagenen Bilanz benötigt.

Tochter

Innogy ist überlebensnotwendig. Ohne die Dividenden der Tochter könnte RWE in Zukunft kaum bestehen. Die Ökostromtochter muss allerdings selbst aufpassen. Ab 2018 sinken die Netzrenditen, viele neue Produkte sind noch nicht marktreif. Wird hier der Anschluss verpasst, leidet auch RWE.

Rivalität

2011 wurde Schmitz bereits als RWE-Chef gehandelt. Dann zog ihm der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Schneider aber Peter Terium vor. Dieser steht nun an der Spitze von Innogy. Laut Mitarbeitern sind beide nicht gut aufeinander zu sprechen. Querelen zwischen Mutter und Tochter sollten allerdings vermieden werden. Das ist die Aufgabe von Werner Brandt, vorerst Chefkontrolleur bei beiden Unternehmen.

Abwarten

Es sind viele offene Fragen, die bei RWE geklärt werden müssen. In der Energiebranche gibt es derzeit bessere Alternativen. Die Tochter Innogy verspricht hohe Dividenden und dürfte es im grünen Sektor auch schaffen, neue Einnahmequellen zu generieren. Kurzfristig bleibt zudem der DAX-Rivale E.on interessant. Hier mehren sich die Übernahmegerüchte. Auch eine Abspaltung der lukrativen Netzsparte ist im Gespräch und würde Wert bei der Aktie schaffen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Die Bullen sind zurück

Mit einem deutlichen Plus zählt die RWE-Aktie am Freitag im freundlichen Marktumfeld zu den stärksten Werten im DAX. Die gute Branchenstimmung im Versorgersektor, die anstehende Konsolidierung und bullishe Analystenstimmen verleihen dem Kurs Schwung. Auch das Chartbild stimmt inzwischen wieder. mehr
| Maximilian Völkl | 1 Kommentar

RWE: Ein gefährlicher Präzedenzfall

In den vergangenen Monaten lief es gut für RWE. Die Aktie hat sich nach dem Verfall der vergangenen Jahre wieder erholt. Es kristallisiert sich zunehmend heraus, dass die konventionellen Kraftwerke des Konzerns länger zur Stromversorgung benötigt werden als ursprünglich gedacht. Nun könnten die … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Ein toller Wochenstart

Im schwachen Marktumfeld zum Wochenstart führt die RWE-Aktie den DAX deutlich an. Der Versorger profitiert vom Platzen der Jamaika-Verhandlungen. Der schnelle Kohleausstieg, der von den Grünen gefordert wird, wird damit unwahrscheinlicher. Zudem beflügeln erneut Gerüchte um die Tochter Innogy. mehr