RWE
- Maximilian Völkl

RWE: Kampf um den Hambacher Forst – das müssen Aktionäre wissen

Es ist eine verzwickte Situation für RWE. Nachdem die Polizei mit der Räumung begonnen hat, spitzt sich die Lage am Hambacher Forst weiter zu. Aus Imagegründen müsste der Versorger eigentlich auf die Rodung verzichten. Finanziell kann sich der Konzern einen Stopp des Braunkohleabbaus aber nicht leisten.

Für Umweltschützer ist der Hambacher Forst inzwischen zum Symbol für den Kampf gegen die Braunkohle geworden. Die polizeiliche Räumung wurde zwar im Auftrag des NRW-Bauministeriums durchgeführt – offiziell wegen des fehlenden Brandschutzes in den Baumhäusern der Aktivisten. Doch tatsächlich wird bereits die Rodung vorbereitet. Wenn diese, wie vorgesehen, Mitte Oktober beginnt, wäre der Imageschaden für RWE enorm.

Allerdings hat der Konzern kaum eine andere Option. Aus technischen Gründen muss der Wald gerodet werden, ansonsten wird der komplette Tagebau in den kommenden zwei Jahren zum Erliegen kommen. Für RWE ist der Standort Hambach der wichtigste Kohlestandort, pro Jahr werden 40 Millionen Tonnen Braunkohle gefordert, die in den eigenen Kraftwerken verfeuert werden. Wichtig: Die Margen bei der Braunkohle sind besonders hoch. Auch für die Versorgungssicherheit ist Hambach wichtig: Rund 15 Prozent des Stromverbrauchs in Nordrhein-Westfalen werden dort gedeckt.

Aktie bleibt attraktiv

RWE hat das Recht auf seiner Seite, zudem sind die Proteste längst aus dem Ruder gelaufen. Der Versorger dürfte die Rodungen deshalb wie geplant durchziehen und die Kohleförderung sichern. Gleichzeitig muss aber ein Kompromiss mit der Kohlekommission gefunden werden, um einerseits die Umweltschützer zufriedenzustellen und andererseits einen geordneten Kohleausstieg zu erreichen. Dank der Rückbesinnung auf die erneuerbaren Energien kann RWE der Zukunft aber entspannt entgegensehen. Die Aktie bleibt attraktiv. Gewinne laufen lassen!

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Diese Erholung macht Sinn - die Hintergründe!

Am gestrigen Mittwoch ist die RWE-Aktie deutlich unter Druck geraten. Heute zählt der Versorger dagegen trotz der polizeilichen Räumung des Hambacher Forsts zu den stärksten Werten im DAX. Das ist auch berechtigt, denn gestern wurde der Titel lediglich in Sippenhaft genommen. DER AKTIONÄR erklärt, … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: Das klingt spannend

Nach den Rekordverlusten 2016 waren die Bilanzen der deutschen Versorger deutlich angeschlagen. Dank der Abspaltungen von Uniper und Innogy und einer starken operativen Entwicklung hat sich die Situation für E.on und RWE inzwischen aber deutlich verbessert. Auch Investitionen scheinen wieder … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Hier liegt die Zukunft

Deutschland besitzt bislang kein eigenes Terminal für verflüssigtes Erdgas (kurz LNG). Das sorgt vor allem von Seiten der USA für Kritik, die die hohe Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen monieren. Dank RWE könnte sich das aber bald ändern. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on vs RWE: Das ist der Favorit

Die zwei großen deutschen Versorger E.on und RWE haben beim Innogy-Deal zwar gemeinsame Sache gemacht. Noch stehen beide Konzerne aber im Wettbewerb miteinander, vor allem an der Börse wollen sich viele Anleger lediglich eine Versorger-Aktie ins Depot legen. Die Entscheidung ist nicht einfach. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Droht jetzt die Eskalation?

Seit Jahren erregt RWE den Zorn der Umweltaktivisten. Auch die anvisierte Rückbesinnung auf erneuerbare Energien hat daran nichts geändert. Durch die Rodungen im Hambacher Forst droht die Situation zu eskalieren. Am Freitag hat der Versorger begonnen, die Barrikaden zu räumen. Die Auswirkungen auf … mehr