DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Quo vadis, DAX und Dow Jones? Das sagen die Experten (Teil 2)

Es lief in diesem Jahr nicht wirklich gut für deutsche Aktien – zumindest bisher. Aufgrund diverser Brandherde zogen Investoren ihr Geld ab und steckten es in US-Aktien. Dow Jones und Co markieren daher ein Allzeithoch nach dem nächsten. Der DAX hinkt hinterher. Doch nun deutet sich eine Trendwende an – und die bietet große Chancen für die Anleger.


DER AKTIONÄR sprach mit Tobias Basse, Kapitalmarktexperte bei der Nord/LB, über die aktuelle Entwicklung an den Aktienmärkten. Das Gespräch mit Dirk Gojny von der Essener National-Bank gibt es hier.


DER AKTIONÄR: Die US-Börsen notieren auf Allzeithoch. DAX & Co kommen nicht nach. Wo liegen die Gründe für diese Entwicklung?

Tobias Basse: Die internationalen Aktienmärkte schwanken zwischen Hoffen und Bangen. Größere Sorgen bereitet weiterhin das Votum der Briten für den Brexit. Zudem belastet die Krise der Banken in Italien. Positiv für die Dividendenpapiere ist dagegen der am Markt mit Blick auf die USA aufkommende Konjunkturoptimismus.

Kommt dieser Aufschwung wirklich?

Die Aussicht auf mehr Wirtschaftswachstum im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist unserer Auffassung nach alles andere als unrealistisch. Gestützt auf den privaten Konsum sollte sich in den Vereinigten Staaten im zweiten Quartal ein deutlicherer Anstieg der ökonomischen Aktivität ergeben; gute Nachrichten kommen derzeit also vor allem aus Nordamerika, während mögliche Probleme eher in Europa verortet werden.

Dieses Umfeld erklärt vor allem die relative Stärke des US-Aktienmarktes.

Richtig. Der US-Aktienmarkt preist das Szenario einer wiederkehrenden Stärke der heimischen Wirtschaft mittlerweile allerdings bereits weitgehend ein. Dividendenpapiere im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind nach der jüngsten Rekordjagd aus fundamentaler Perspektive betrachtet nun sicherlich keine Schnäppchen mehr.

Was muss passieren, damit die heimischen Indizes ebenfalls wieder Kurs auf die alten Höchststände nehmen?

Zunächst kann es aufgrund des aktuellen Bewertungsniveaus zu gewissen Rücksetzern in den USA kommen. Für den europäischen Markt wäre es sicherlich hilfreich, wenn die Brexit-Verhandlungen reibungslos verlaufen würden und es zudem zu einer konstruktiven Lösung der Probleme der Banken in Italien käme.

Welche Branchen haben das größte Potenzial?

Der US-Konsument bleibt der Hoffnungsträger. Insofern mögen sich konsumnahe Werte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten als besonders attraktiv erweisen. Allerdings muss mittlerweile stärker auf die Details geblickt werden; so leidet beispielsweise das Segment der traditionellen Kaufhäuser unter der Popularität des Online-Handels, was die Kurse aber auch bereits zumindest in gewissem Umfang reflektieren. Generell spricht das aktuelle Umfeld vor allem in den USA für die Strategie des Stock-Pickings. In Europa sehen wir zum Beispiel den Sektor Medien weiterhin positiv.

 

 

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