Qiagen
- Marion Schlegel - Redakteurin

Qiagen: Neben Morphosys und Evotec bald im MDAX – Commerzbank mit Kaufempfehlung

Die Medizin befindet sich in einem massiven Wandel. Personalisierte Therapien und neue Ansätze mit der DNA bescheren Diagnostik-Firmen klingelnde Kassen. Auch ein deutsches Unternehmen ist im Bereich Diagnostik ganz vorne dabei: die mit einer Marktkapitalisierung von 7,4 Milliarden Euro größte deutsche Biotech-Gesellschaft Qiagen. Qiagen ist auf dem hochkomplexen Feld der Molekulardiagnostik unterwegs und bestens positioniert. In Zukunft könnten die Tests der Firma eine immer größere Rolle in der Medizin spielen. Kein Wunder, dass Qiagen das Segment in den kommenden Jahren deutlich ausbauen will.

Zuletzt überzeugte das Unternehmen gleich mit mehreren hervorragenden News. Der Tuberkulose-Test QuantiFERON-TB Gold Plus beispielsweise wurde von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) für das Screening von Migranten auf TB-Infektionen ausgewählt. Die Behörde ist verantwortlich für die medizinische Versorgung von weltweit etwa 20 Millionen Migranten, Flüchtlingen und Asylsuchenden. Der Deal mit IOM hat eine Laufzeit bis 2020. Dabei soll der Test gemäß einer Mitteilung von Qiagen in 16 Ländern in Afrika, in Asien und im Nahen Osten zum Einsatz kommen.

Qiagen hat weitaus mehr Eisen im Feuer, beispielsweise den careHPV-Test. Auch hier konnte das Unternehmen zuletzt einen wichtigen Erfolg erzielen: Dem Diagnostik-Verfahren wurde die WHO-Präqualifizierung für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs erteilt. „Mit der IVD-Präqualifizierung verleiht die WHO unserem innovativen careHPV-Test ein ‚Gütesiegel‘, das Behörden zur Einführung von effizienten, hochpräzisen HPV-Screenings zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs in Regionen mit eingeschränkter Gesundheitsinfrastruktur ermutigen wird“, so Thierry Bernard, Senior-Vizepräsident und Leiter des Geschäftsbereichs Molekulare Diagnostik bei Qiagen.

Dass Qiagen auf einem guten Weg ist, zeigen auch die jüngsten Quartalszahlen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis konnte das Unternehmen die Erwartungen übertreffen. Der Umsatz stieg von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf rund 377 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) kletterte von 0,30 auf 0,33 Dollar. Insgesamt konnte der Konzern seinen Gewinn mehr als verdoppeln: von 14 auf 37 Millionen Euro.

Ab September auch im MDAX

Im Zuge der strukturellen Veränderungen an den Indexregeln der Deutschen Börse wird die Aktie von Qiagen ab dem 24. September außer im TecDAX dann auch im MDAX vertreten sein. Genauso wie Evotec und Morphosys erfüllt die Aktie die entsprechenden Kriterien. DER AKTIONÄR traut der Aktie noch einiges zu. Wie auch der Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff. Nach einem Treffen mit dem Management des Gendiagnostikspezialisten hat er seine Bewertung für Qiagen auf „Buy" belassen. Mit seiner Schätzung für den bereinigten Gewinn je Aktie 2018, mit der er über der Unternehmensprognose liege, fühle er sich wohl, so Wendorff in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Ein Teil dieses Artikels ist bereits in Ausgabe 33/2018 des AKTIONÄR erschienen, die Sie hier herunterladen können.

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