ProSiebenSat.1
- Nikolas Kessler - Redakteur

ProSiebenSat.1: Keine Panik!

Mit über fünf Prozent Abschlag ist die Aktie von ProSiebenSat.1 am Montag ans DAX-Ende gerutscht. Grund für das dicke Minus ist der Dividendenabschlag. Allerdings hallt auch die deutliche Kritik der Aktionäre bei der Hauptversammlung am Freitag nach.

So haben die Anteilseigner das Vergütungssystem des Fernsehkonzerns für seine Vorstandsmitglieder am Freitag mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit abgelehnt. Zwar sei das Votum nach Unternehmensangaben nicht bindend und ziehe lediglich eine Prüfung zukünftiger Vorstandsgehälter hinsichtlich Struktur und Transparenz nach sich, dennoch ist ein deutlicher Warnschuss für das Management des Medienkonzerns.

„Wir sind mit der absoluten Höhe, die dieses Vergütungssystem dem Management ermöglicht, nicht einverstanden“, sagte Daniela Bergdolt, Vize-Chefin der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Sie rechnete vor, dass Vorstandschef Thomas Ebeling ein Jahresgehalt von bis zu 9,5 Millionen Euro einstreichen könnte – 950 Prozent seines Grundgehalts. Zudem bemängelte Bergdolt das Vergütungssystem als intransparent.

Kritik an Aktienperformance und Kapitalerhöhung

Ansonsten richtete sich die Kritik der Aktionäre vor allem gegen die schwache Kursentwicklung der ProSieben-Aktie. Weder der DAX-Einzug vor über einem Jahr, noch ein Rekordgewinn im Geschäftsjahr 2016 konnten dem Kurs positive Impulse geben. Mit einem Minus von über 14 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten ist das Papier der schwächste Performer im DAX.

Auch für die überrachende Kapitalerhöhung im Volumen von rund 500 Millionen Euro im vergangenen Jahr stand der Vorstand in der Kritik.

Immerhin: ProSieben-Chef Ebeling gelobte Besserung und versprach, künftig keine weiteren Kapitalerhöhungen durchzuführen und einen stärkeren Dialog mit dem Kapitalmarkt zu suchen. Auch das Urteil der Analysten fällt nach Quartalszahlen und Hauptversammlung überwiegend positiv aus.

Dividendenabschlag belastet

Die Aktie hatte am Donnerstag mit deutlichen Verlusten auf die Q1-Zahlen reagiert und knüpft zu Wochenbeginn an die Talfahrt an. Grund dafür ist allerdings der Dividendenabschlag in Höhe von 1,90 Euro je Aktie. DER AKTIONÄR ist nach wie vor der Ansicht, dass der Kursrutsch nach den Zahlen übertrieben war. Investierte Anleger sollten daher dabei bleiben und auf eine dynamische Gegenbewegung setzen.

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