Lufthansa
- Thomas Bergmann - Redakteur

Lufthansa: Stürzt die Aktie erneut ab?

Deutsche Lufthansa, Germanwings, Billigflieger,

Mitten in der Ferienzeit drohen bei der Lufthansa neue Streiks der Piloten und damit viele Flugausfälle. Die Vereinigung Cockpit (VC) teilte am Freitagabend in Frankfurt mit, dass die Verhandlungen mit dem Konzern zu den Übergangsrenten für die Piloten gescheitert seien. Die Spartengewerkschaft habe daraufhin weitere Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, "mit denen ab sofort gerechnet werden muss". Die genauen Termine würden der Öffentlichkeit jeweils vorab bekanntgegeben.

Verhandlungsbereit

Die Lufthansa bedauerte am Abend das Scheitern der Verhandlungen und die Ankündigung von Arbeitskampfmaßnahmen. "Diese Entscheidung ist in keiner Art und Weise nachvollziehbar", hieß es in der Stellungnahme weiter. Das Unternehmen habe sich bei allen Forderungen der Vereinigung Cockpit zur Übergangsversorgung verhandlungsbereit gezeigt und neue, verbesserte Vorschläge unterbreitet. "Lufthansa ist zu jedem Zeitpunkt bereit, weiter zu verhandeln."

Bereits im April war es in dem Tarifkonflikt zu massiven Arbeitsniederlegungen gekommen. Damals hatte der schärfste Streik in der Lufthansa-Geschichte zu rund 3.800 Flugausfällen geführt. In dem Konflikt geht es um höhere Gehälter und die Übergangsrenten der 5.400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Zuvor hatten in einer Urabstimmung im März 99,1 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder dafür gestimmt, nötigenfalls mittels Arbeitskampf einen neuen Tarifvertrag durchzusetzen.

Für Piloten nicht akzeptabel

Nach den Streiks im April hatten beide Seiten die Verhandlungen wieder aufgenommen - hinter verschlossenen Türen und mit Hilfe eines Moderators. Diese Gespräche seien nun gescheitert, teilte Cockpit mit. Die Lufthansa habe ihre "weitreichenden Forderungen" aufrechterhalten, die nicht akzeptable Einschnitte in die Versorgung der Piloten bedeuten würden.

VC-Präsident Ilja Schulz sagte, die Piloten hätten Kompromissbereitschaft signalisiert. "Um in Verhandlungen zu Lösungen zu kommen, müssen das aber beide Seiten wollen. Wir werden uns nun weiter gegen den Kahlschlag wehren, den das Unternehmen plant." Unannehmlichkeiten für die Kunden bedauere die VC. Das Lufthansa-Management könne "mit den entsprechenden Signalen" den Streik aber "jederzeit noch abwenden".

Im Kurs drin

Die Lufthansa-Aktie ist in den letzten zwei Monaten um mehr als 30 Prozent eingebrochen, die Nachricht vom Scheitern der Verhandlungen dürfte deshalb die jüngste Bodenbildug nicht groß gefährden. Investierte Anleger sollten das Papier nach wie vor halten, Neueinsteiger warten die ersten Reaktionen der Börsianer ab.

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