DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Panik in China - neue Gefahr für den DAX?

Die Talfahrt an den chinesischen Börsen hat sich trotz weiterer staatlicher Eingriffe noch beschleunigt. In Shanghai verlor der Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom Festland am Mittwoch zeitweise acht Prozent. Auch die anderen asiatischen Börsen bekommen das Platzen der dortigen Spekulationsblase zu spüren.

Alarmiert über den weiteren Kursrutsch verkündeten die Zentralbank und die Aufsichtsbehörden in Peking umgehend neue Maßnahmen, um den Abwärtstrend zu bremsen. Dese zeigten auch Wirkung, wenn auch nur gering. Aktuell notiert der CSI 300 mit 3.680 Zählern noch etwa sechs Prozent im Minus.

Aktien vom Handel ausgesetzt

Um das Kursdebakel in Grenzen zu halten wurden an den chinesischen Märkten fast die Hälfte der Aktien vom Handel ausgesetzt. Mindestens 1.300 Unternehmen wurden am Mittwoch nicht mehr gehandelt. Das seien 45 Prozent der Aktien im Shanghai Composite und im Shenzhen Component Index mit einer Marktkapitalisierung von 2,6 Billionen Dollar, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch an den anderen asiatischen Märkten ging es am Mittwoch deutlich nach unten, nachdem sich diese bis zuletzt von dem Abwärtssog in China abkoppeln konnten. So rutschte der japanische Leitindex Nikkei 225 bis kurz vor Handelsschluss um 2,8 Prozent auf 19.660 Punkte ab und fiel damit wieder unter die wichtige Marke von 20.000 Zählern. In Hongkong verlor der Hang Seng mehr als vier Prozent.

Geldspritze der Notenbank

Ferner kündigte die Notenbank massive Geldspritzen zur Stützung der Märkte an. Der unter anderem zu den staatlichen Börsenbetreibern in Shanghai und Shenzhen gehörenden Gesellschaft China Securities Finance (CSF) sollen demnach umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Märkte zu stabilisieren.

Die CSF solle den Kauf von Wertpapieren von kleineren und mittleren Unternehmen verstärken, um angesichts der "Panik der Investoren" wieder Normalität herzustellen, teilte die Wertpapieraufsicht mit. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die Währungshüter so mehr als 500 Milliarden Yuan (73 Milliarden Euro) in den Aktienmarkt pumpen.

Erleichterung für Versicherungen

Die Maßnahme der Notenbank wird von anderen Behörden flankiert. So wurden zum Beispiel die Sicherheitsleistungen für den Handel mit Terminkontrakten erhöht, um die extremen Schwankungen der vergangenen Tage und Woche einzudämmen. Zudem sollen große Konzerne erst einmal keine weiteren Aktien ihrer Beteiligungen und Töchter mehr auf den Markt werfen.

Darüber hinaus erleichterten die Aufsichtsbehörden auch die Regeln für Aktienkäufe durch Versicherungen, die jetzt deutlich mehr Geld in den Markt stecken dürfen. Zugleich erhöhte die Terminbörse die Sicherheitsleistungen, um die Möglichkeit kreditfinanzierter Spekulationen einzudämmen.

DAX unter Druck

Neben Griechenland scheint sich ein neues Problem für den deutschen Aktienmarkt aufzutun. Sollte China den Börsencrash zu spüren bekommen und die Wachstumsziele von sieben Prozent beim BIP nicht erreichen? Dann dürften nicht nur die Rohstoffpreise wie Öl, Kupfer und Co weiterfallen, sondern dann auch die Gewinne europäischer Großkonzerne und damit auch der DAX. Es bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen der Regierung in Peking greifen, um das Ruder herumzureißen.

(mit Material von dpa-AFX)


Brett King über seine Vision der Banken der Zukunft

Breaking Banks

Autor: King, Brett
ISBN: 9783864702389
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 04.12.2014
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden

"Disruption" ist der Begriff der Stunde. Neue Technologien krempeln altbewährte Geschäftsmodelle um und lassen Marktführer zu Verlierern werden. So geschehen in der Musikindustrie, bei Büchern und vielem mehr. Kommen jetzt die Banken dran? Bestsellerautor Brett King untersucht, welche Veränderungen auf den Bankensektor zukommen. Seiner Meinung nach wird dieser "in den nächsten zehn Jahren mehr Veränderung sehen als in den letzten hundert." Ob Cloud-Lending, Neo-Banks, FinTech oder Social Banking: King untersucht die Trends und Möglichkeiten und identifiziert Gewinner, Verlierer und Perspektiven.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Update: 200 Punkte Minus - DAX holt tief Luft

Am deutschen Aktienmarkt geht es am Freitagnachmittag deutlicher ins Minus. Der DAX ist mittlerweile auch unter die Marke von 11.800 Punkten gerutscht. Händler begründen die schwächere Entwicklung mit Gewinnmitnahmen sowie der Angst, der Wirtschaftsboom in den USA könne ausbleiben. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

100 Punkte Minus - DAX nimmt sich Auszeit

Am deutschen Aktienmarkt überwiegen zum Wochenschluss hin die Kursverluste. Der DAX ist mittlerweile unter die Marke von 11.900 Punkten gerutscht und der Unterstützung bei 11.850 Zählern nahe gekommen. Händler begründen die schwächere Entwicklung mit Gewinnmitnahmen. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

12.000 - DAX beißt sich die Zähne aus!

Die Vorgaben der US-Börsen sind am Donnerstag uneinheitlich ausgefallen. US-Finanzminister Steven Mnuchin machte die Anleger nervös, indem er zwar eine Steuerreform noch vor der Sommerpause des US-Kongresses im August ankündigte, weitere Details aber offen ließ. Zudem herrscht nach wie vor großes … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX bei 12.000 - Allzeithoch noch diese Woche?

Der Deutsche Aktienindex schloss am Mittwoch knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten. Am heutigen Handelstag sollte der Kampf um diese Marke vorerst weitergehen. Gute Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone sowie solide Bilanzzahlen mehrerer DAX-Unternehmen … mehr