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- Markus Horntrich - Chefredakteur

mVISE-Exklusivinterview: „Wir erwarten ein Wachstum von 60 Prozent in 2016“

Die mVISE AG setzt ihre „Strategie 2015+“ konsequent um. Nach dem erfolgreichen Aufbau des Consulting-Bereichs will die Gesellschaft nun auch mit dem neuen Cloud-Produkt SaleSphere durchstarten. In 2015 hat mVISE das ehrgeizige Ziel, einen Auftragseingang von 5 Mio. Euro zu erreichen, übertroffen und damit die Basis für einen guten Start ins laufende Geschäftsjahr gelegt. DER AKTIONÄR sprach mit den mVISE-Vorständen Rainer Bastian und Manfred Götz über die Erwartungen an SaleSphere, die Pläne mit der Tochter Just Intelligence GmbH und das starke Wachstum in 2015 und 2016.

Herr Bastian, die mVISE AG hat mit SaleSphere ein neues Produkt im Bereich Vertriebsoptimierung vorgestellt. Was ist das Besondere an SaleSphere?

Rainer Bastian: Mit unserem Produkt SalesWizard haben wir bereits eine Katalog-App, die mit ihrer multimedialen Produktinformation die herkömmlichen Printkataloge bei unseren Kunden ablöst. Neben der Produktpräsentation vereinfacht sie die Vor- und Nachbereitung von Kundenterminen und das wichtigste für Vertriebsmitarbeiter: die Erfassung von Aufträgen.
Der Erfolg dieses Produkts ging einher mit einer Vertiefung der Kundenanforderungen in 3 wesentlichen Aspekten: der Einbindung in die Unternehmens-IT, der Skalierbarkeit des Gesamtsystems und der hohen Datensicherheit. Hier setzt nun unser neues Produkt SaleSphere an, einer mobilen, integrierten Unternehmensanwendung in der Cloud mit intelligenter Verschlüsselung.

Bedeutet dies auch, dass SaleSphere das erfolgreiche Produkt SalesWizard ersetzen wird?

Nein, SalesSphere ist die konsequente Erweiterung unserer Produktpalette im Rahmen unserer mVISE-Gesamtstrategie „Mobility, Virtualization, Security“. Natürlich bieten wir auch weiterhin unseren Kunden die von mVISE auf spezielle Anforderungen hin individuell optimierte SalesWizard-Lösung an.

Welche weiteren Vorteile bietet SaleSphere gegenüber Konkurrenzprodukten?

Die Stärke von SaleSphere ist die optimale Bedienbarkeit auf Smartphones und Tablet-Computern – und zwar sowohl auf iOS- wie auch allen Android-Geräten – verbunden mit einer sicheren Integration in Drittsysteme. Hier bieten wir unseren Kunden standardisierte Konnektoren zu den gängigen Kernsystemen, wie beispielsweise Kundenverwaltungs-, Auftragserfassungs- und Produktinformationssysteme. Darüber hinaus lässt sich SaleSphere aber auch durch ein neues Schnittstellen-Framework sehr unkompliziert mit individuellen Lösungen verbinden. Dies sichert dem Kunden eine langfristige Investition bei schon bestehenden Systemen.

SaleSphere verwendet also sensible Unternehmensdaten auf mobilen Geräten und aus der Cloud heraus. Wie sind diese Daten in SaleSphere vor unbefugtem Zugriff geschützt?

Sichere Integration einer mobilen Cloud-Anwendung erfordert stets ein besonderes Augenmerk auf hohe Datensicherheit. mVISE hat in SaleSphere daher lückenlos besondere Verschlüsselungsmechanismen für Speicherung und Transport der Daten implementiert. Hierdurch lässt sich diese mobile Applikation gefahrlos in jeder Vertriebssituation nutzen, sowohl in unsicheren WLANs als auch im Ausland – als Beispiel seien hier Vertriebsaktivitäten in Fernost genannt, wo herkömmliche Sicherheitsmechanismen einen zu schwachen Schutz bieten.

Mit dem Produkt SalesWizard hat mVISE bereits namhafte Kunden wie Bosch und Olympus an Land gezogen. Welche Kundengruppen haben Sie mit SaleSphere im Visier?

Grundsätzlich kommen alle Unternehmen als Kunden in Betracht, die ihre Leistungen über einen persönlichen Direktvertrieb vermarkten. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Architektur des Gesamtsystems legt allerdings Unternehmen mit großen Produktbeständen bzw. Multimarken und diversifizierten Märkten nahe. Gleichwohl funktioniert SaleSphere aber auch für kleine mittelständische Unternehmen mit komplexen Produkten oder auch Dienstleistungen. Aktuell haben wir eine Vertriebskampagne für diese Zielgruppe gestartet. Hier konnten wir seit Dezember bereits über 30 Termine mit potenziellen Neukunden wahrnehmen.

Bei SaleSphere handelt es sich im Gegensatz zu den bisher von mVISE entwickelten Individuallösungen um ein weitgehend standardisiertes Cloud-Produkt. Warum haben Sie sich für eine Software-as-a-Service-Lösung entschieden?

In der heutigen IT-Welt ist es maßgeblich, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Mit SaleSphere bucht der Kunde eine Lösung, die mit seinen Ansprüchen wächst und deren Kosten leichter zu kalkulieren sind als bei traditionellen Modellen, wo für Setup, Betrieb und Benutzerlizenzen separate Preise erhoben werden – und zwar abhängig von einer vorab erstellten Bedarfskalkulation, die sich später als mehr oder weniger zutreffend erweisen wird. Demgegenüber steht „Software as a Service“ (SaaS). Dieser Ansatz ermöglicht dem Kunden eine Buchung der Software inklusive Betrieb und Wartung in Abhängigkeit vom tatsächlichen aktuellen Bedarf, was mit traditionellen Modellen so nicht einzulösen ist. Unser Produkt kann bereits mit einer geringen Anzahl von Anwendern vollwertig genutzt werden. Eine mögliche Skalierung des Einsatzes beim Kunden bringt uns dann automatisch eine Erweiterung des Umsatzvolumens.

Herr Götz, welchen Beitrag zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung erwarten Sie für die mVISE AG von SaleSphere?

Manfred Götz: Nach dem positiven Feedback aus unseren aktuellen Vertriebsterminen rechnen wir bis Jahresende mit 8 Neukunden für SaleSphere und insgesamt 200 Client-App-Installationen, was einer Umsatzerwartung von rund 550 TEUR bereits in diesem Jahr allein mit SaleSphere entspricht.
Mit SaleSphere haben wir ein Produkt im Portfolio, welches mit seinen spezifischen Stärken eine hohe Anzahl potenzieller Kunden anspricht. Dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen auf lange Sicht. Kosten für die Entwicklung und Pflege von SaleSphere werden mittelfristig sinken und das SaaS-Preismodell wird schon nach kurzer Zeit wiederkehrende Umsätze einbringen. Weiterentwicklungen wie Spezialisierungen in Branchenlösungen oder Anbindung zusätzlicher Systeme werden das Potenzial von SaleSphere auch in den kommenden Jahren noch steigern.

Lassen Sie uns noch einmal auf das Geschäftsjahr 2015 zurückblicken. Welche Fortschritte hat mVISE bei der Umsetzung der Strategie 2015+ im vergangenen Jahr gemacht?

Die Umsetzung der Strategie 2015+ verfolgen wir konsequent weiter. Nach erfolgreicher Umfirmierung auf mVISE AG Anfang 2015 haben wir uns auf die Kernthemen Mobility, Cloud Computing und Security fokussiert. Im Gegenzug haben wir das SMS und Content Geschäft endgültig beendet, da es für uns nicht zukunftsträchtig war.
Die Umsetzung ging einher mit einem starken Mitarbeiterwachstum. Hier sind wir von 34 Mitarbeitern zum Jahresende 2014 auf über 60 Mitarbeiter zum Jahresende 2015 gewachsen. Mit diesem Mitarbeiterwachstum konnten wir auch unsere Gesamtleistung von 2,1 Mio. Euro auf erwartete 5,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015 erhöhen.

Sie sprechen den Aufbau des Beratungsgeschäfts an. Haben sich Ihre Erwartungen an diesen Kernbereich der „neuen mVISE“ bisher erfüllt?

Der Aufbau des Consulting-Bereichs, verbunden mit einem Aufbau von 30 Mitarbeitern, wurde erfolgreich umgesetzt. Alleine in diesem Bereich haben wir in 2015 etwa 3,6 Mio. Leistung erwirtschaftet. Das anspruchsvolle Ziel, einen Auftragseingang von 5 Mio. Euro zu erreichen, wurde per 31.12.2015 erfolgreich übererfüllt, so dass wir auch das neue Jahr einem komfortablen Auftragsbestand gestartet haben.

An der Just Intelligence GmbH ist mVISE mit 33,4 % beteiligt. Planen Sie nach wie vor, diesen Anteil schrittweise auf 100 % aufzustocken?

Unsere Erwartung, durch unsere Beteiligung an der Just Intelligence Synergien zu erhalten, ist für uns eingetreten. Der gemeinsame Launch des Produktes „ICC Cloud“ ist erfolgreich verlaufen. Wir konnten bereits jetzt erfolgreich Themen sowohl in der Software-Entwicklung und Betrieb, als auch im Vertrieb bündeln.
Wir halten an unserem Plan fest, den Anteil an der Just Intelligence zur Jahresmitte weiter aufzustocken und unseren Anteil somit schrittweise auf 100 % zu erhöhen.

Mit welchen Erwartungen sind Sie ins Geschäftsjahr 2016 gestartet?

In 2016 wird unser Fokus besonders auf der Fertigstellung und Markteinführung unseres Produkts SaleSphere liegen. Weiterhin werden wir unsere beschlossene Strategie 2015+ konsequent weiter verfolgen. Für uns heißt das vor allem, dass wir das Beratungsgeschäft weiterhin ausbauen, unser Produkt SaleSphere erfolgreich platzieren und im Bereich Solutions interessante Kunden und Projekte gewinnen. Damit planen wir zusammen mit der Konsolidierung der Just Intelligence in 2016 nochmals eine Steigerung von über 60 % in der Gesamtleistung. Dieses Wachstum wird uns in den nächsten Monaten erstmals seit Jahren wieder kontinuierliche Gewinnerzielung ermöglichen und damit unseren erfolgreichen Turnaround vollenden.

Die mVISE-Aktie ist zuletzt wieder auf den Unterstützungsbereich um 1,50 Euro zurückgefallen. In den vergangenen Monaten hat sich dies jeweils als günstige Einstiegschance erwiesen. Erwarten Sie auch in den kommenden Monaten wieder positive Impulse für den Kurs?

Aktuell führen wir umfangreiche Gespräche mit potenziellen Neukunden, so dass es im laufenden Jahr sicherlich einige Erfolgsmeldungen aus diesem Bereich geben wird. Auch die Weiterentwicklung des Beratungsbereichs und der damit verbundene Umsatzzuwachs werden positive Impulse setzen. Das aktuelle Kursniveau spiegelt aus meiner Sicht die überdurchschnittlichen Ertragspotenziale der mVISE AG nicht ausreichend wieder. Wir planen in 2016 mit weiterem signifikanten Wachstum und einem deutlichen positiven Beitrag zum EBITDA – dies sollte sich mittelfristig auch im Aktienkurs niederschlagen. Selbstverständlich werden wir unsere Investoren regelmäßig und aktuell über die Fortschritte bei der Vermarktung von SaleSphere informieren.

Herr Bastian, Herr Götz, vielen Dank für das Interview.

 

 

 

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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