Hugo Boss
- Tamara Bauer - Redakteurin

Mode-Aktien zittern nach Brexit-Schock – das kommt jetzt auf Industrie und Verbraucher zu

Glamour, Stars, teure Designerklamotten, ausgefallene Schuhe und exquisite Handtaschen. Das Schaulaufen in Berlin zur Mercedes-Benz Fashion Week hat begonnen. Doch während für die Modeliebhaber diese Woche ein wahres Highlight ist, haben die Mode-Labels mit einem großen Problem zu kämpfen: dem Brexit!

Am vergangenen Freitag brachen nicht nur Devisen, Anleihen und die weltweiten Indizes ein, auch Mode-Aktien wie Prada, Hugo Boss oder Kering litten unter dem Brexit-Schock. Denn der Austritt Großbritanniens aus der EU wird vermutlich nicht nur negative Auswirkungen auf die Politik oder den Tourismus haben, sondern auch auf die Textil- und Modeindsturie.

Folgen für die Industrie

Die genauen Folgen des Referendums für die Branche sind noch nicht abzusehen. Fakt ist jedoch: Großbritannien ist für die Modeindustrie ein wichtiger Markt. Allein im vergangen Jahr lieferte Deutschland Waren im Wert von 1,4 Milliarden Euro auf die Insel. Der Vereinigte Königreich liegt im Ranking der wichtigsten Exportländer der deutschen Industrie auf Platz fünf, bei den Importen auf Platz zwölf.

Mittel- bis langfristig wird der Brexit wohl zu gravierenden Beeinträchtigungen beim Handel führen. „Unser Bemühen um weniger Bürokratie und einheitliche Standards, etwa beim Thema Nachhaltigkeit, hat mit dem Austritt der Briten einen Rückschlag erlitten“, sagt Katag-Chef Daniel Terberger der Onlineseite „TextilWirtschaft“.

Doch nicht nur von der Verkäuferseite weht ein eisiger Wind. Auch die Verbraucher fragen sich – zurecht – wie geht es jetzt mit Europa weiter. Und diese Unsicherheit werde früher oder später zu weniger Investitionen und dementsprechend weniger Konsum führen, dessen ist sich Peter Haas, Hauptgeschäftsführer des Wirtschafts- und Arbeitgeberverbands Südwesttextil, sicher. Besonders die Angst vor hohen Zöllen oder Wechselkursschwankungen ist groß.

 

Abwarten ist angesagt

Die Aktie von Hugo Boss war einer der großen Verlierer des Brexits. Das Minus betrug zeitweise rund zehn Prozent. Ein Analyst von RBC Capital betonte zwar, dass der Absatz aus Großbritannien nur einen geringen Anteil ausmache, dennoch konnte sich der MDAX-Titel dem allgemeinen Abwärtssog nicht entziehen. Die Aktie ist unter den Stoppkurs bei 48 Euro gefallen. Anleger sollten erst eine Bodenbildung abwarten.

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