- Alfred Maydorn - Redakteur

Mit 1.000 Euro zum Millionär - warum der Bitcoin-Wahnsinn weiter geht

Ein Kommentar von Alfred Maydorn: Lange Zeit war es ruhig um die Kryptowährung Bitcoin geworden, aber nach der jüngsten Kursverdopplung innerhalb weniger Wochen und dem – fast schon zwingend folgenden – Absturz um fast 30 Prozent ist der Bitcoin natürlich wieder ein brandheißes Thema. Am 24. Mai erreichte der Bitcoin mit exakt 2.791,69 Dollar sein bisheriges Allzeithoch. Damit hatte sich der Preis der virtuellen Währung innerhalb eines Jahres mehr als versechsfacht. Und wer sich Ende 2011 nur für 1.000 Dollar ein paar Bitcoins zum damaligen Schnäppchenpreis von 2,50 Dollar pro Stück gekauft hätte, wäre zum Bitcoin-Millionär geworden. 

Korrektur = Kaufchance?

Vielleicht sollten Sie einfach mal schauen, ob Sie irgendwo noch einen alten USB-Stick mit ein paar 100 Bitcoins in ihrer Schreibtischschublade finden. Falls nicht, ist es vielleicht durchaus eine Überlegung wert, sich jetzt den einen oder anderen Bitcoin zu besorgen. Denn es spricht einiges dafür, dass die Rallye noch lange nicht vorbei ist. Das zeigt sich schon an der Tatsache, dass der kleine Bitcoin-Crash in der vergangenen Woche nicht etwa Anleger verschreckt, sondern vielmehr neue Käufer angelockt hat, die das vergleichsweise niedrige Niveau als prima Einstiegsgelegenheit gesehen haben. Und tatsächlich, wer bei Kursen um 2.000 Dollar zum Zug kam, der liegt jetzt schon wieder über 15 Prozent im Plus, denn der Bitcoin-Preis hat schon wieder auf über 2.300 Dollar zugelegt. 

Knappes Angebot

Längst ist der Bitcoin ein reines Spekulationsoblekt geworden, der ja ursprünglich als notenbankunabhängiges Zahlungsmittel eingesetzt werden sollte. Aber bis zum heutigen Tage gibt es nur sehr wenige Internetplattformen, auf denen sich mit Bitcoins bezahlen lässt. Die Käufer von Bitcoins wollen vor allem eines: Mit weiter steigenden Preisen Geld verdienen. Und die Chancen hierfür stehen nicht schlecht. Denn letztlich definiert sich der Preis einer Warte aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Und hier hat der Bitcoin einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Anlageformen: Das Angebot steigt nur sehr langsam, weil der Prozess der Produktion neuer Bitcoins immer komplexer wird und sie eine natürliche Grenze durch die erforderliche Rechenleistung und den Zeitaufwand erhält, der erforderlich ist, um neue Bitcoins produzieren zu können. Aktuell sind rund 16,3 Millionen Bitcoins im Umlauf, maximal können es 21 Millionen werden. 

Wachsende Nachfrage

Auf dieses nur marginal wachsende Angebot dürfte in den kommenden Wochen und Monaten eine weiter steigende Nachfrage treffen. Denn immer mehr Anleger entdecken den Bitcoin als Spekulationsobjekt. Zusätzlich angefeuert wird der Hype durch die wieder aufkommende Fantasie, dass die US-Finanzaufsicht SEC einen Bitcoin-ETF vielleicht bald doch zulassen könnte, nachdem ein erster Versuch gescheitert war. Darüber hinaus könnten sich weitere Länder dem Beispiel Japans anschließen und den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel zulassen. 

Bitcoins so teuer wie ein Haus?

Aber beim Bitcoin zählen weniger fundamentale Rahmenbedingungen als vielmehr der blanke Spekulationstrieb. Der aktuelle Bitcoin-Hype erinnert durchaus an die Tulpen-Manie in Holland vor knapp 400 Jahren. Damals erreichten die Preise für eine besonders exotische Tulpenzwiebeln in der Spitze den Wert eines Einfamilienhauses. Nicht auszuschließen, dass auch für einen Bitcoin irgendwann ähnlich viel gezahlt wird. Aber spätestens dann droht der Kryptowährung das gleiche Schicksal wie den Tulpenzweiebeln. Ein kolossaler Crash mit Preisabschlägen von über 99 Prozent. 

Aber noch ist ein „echter“ Crash beim Bitcoin eher unwahrscheinlich. Gefährlich wird es erst, wenn Ihnen Ihr Zahnarzt oder Taxifahrer von ihren Bitcoin-Investments vorschwärmen. Bis dahin kann man mit „Spielgeld“ durchaus mal mitzocken bei der wohl heißesten Spekulation der vergangenen Jahre. 

Dieser Kommentar ist aus der heutigen Ausgabe des kostenlosen Newsletters „Maydorns Meinung“. Wenn Sie noch nicht zu den Lesern zählen sollten, dann können Sie sich einfach über diesen Link in den Verteiler eintragen und bekommen Maydorns Meinung von Montag bis Donnerstag jeden Morgen in Ihr E-Mail-Postfach.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Meriten Meier -
    Die Bild-Zeitung hat auch schon über den Bitcoin-Wahnsinn geschrieben. Das spricht langsam dafür, dass die breite Masse langsam im Spiel ist. Ich bin gespannt, wie lange diese Bitcoin-Tulpenzwiebeln sich noch halten. Irgendwelche Begrenzungen wie 21 Mio. werden ein Platzen der Blase nicht verhindern. Diese 21 Mio. sind eh kein echter Schutz. Man muss die Kryptowährungen als Ganzes sehen. Es gibt rund 800 Kryptowährungen, weil quasi jeder eine gründen kann und je mehr es gibt, desto mehr wird sich die Nachfrage auf diese verteilen.
  • Karl-Oskar Walter -
    Den Vergleich mit den Tulpenzwiebeln habe ich schon öfter gehört. Allerdings handelt es sich hier nicht um ein Produkt dass lediglich den Reichen als Schmuck dient und auch unendlich nachwächst. Bitcoin löst ein sehr großes Problem unserer Wirtschaft, außerdem ist wie in dem Artikel bereits beschrieben bei 21 Millionen Bitcoins schluss. Man sollte jedoch alle Kryptowährungen im Auge behalten und nicht nur auf Bitcoin setzen. Es könnte sein der ein oder andere Coin tut sich hervor und ist besser als Bitcoin. Ethereum ist dabei die gleiche Markkapitalisierung zu bekommen wir Bitcoin. gut im Auge hat man alle Kryptocoinkurse auf coinmarketcap.com. Wer Altcoins (alternative Coins) kaufen möchte kann einfach bitcoins kaufen (http://bit.ly/2j4J613) und diese dann ganz einfach über shapeshift.io gegen die beliebtesten Altcoins zu aktuellen Kursen tauschen. So lässt sich auch ganz einfach mit digitalen Währungen traden.
  • Cem Halat -
    Erwartet uns die gleiche Euphorie auch mit Ethereum??

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV