Hochtief
- Maximilian Völkl

Milliardenschwere Übernahmeschlacht: Hochtief gegen Atlantia – Kampf um Spaniens Geldmaschine

Es bleibt spannend in der Übernahmeschlacht um den spanischen Autobahnbetreiber Abertis. Der deutsche Baukonzern Hochtief und der italienische Autobahnkonzern Atlantia kämpfen mit milliardenschweren Angeboten um den Zuschlag. Mit starken Zahlen bekommt Hochtief nun Rückenwind, nachdem die Finanzierung zuletzt immer fraglicher wurde.

Im Geschäftsjahr 2017 hat Hochtief den bereinigten operativen Gewinn um 25 Prozent auf 452 Millionen Euro gesteigert. Zwar hebt der Konzern auch die Dividende von 2,60 auf 3,38 Euro je Aktie an, dennoch sind die höheren Gewinne ein wichtiges Signal im Übernahmekampf. Im laufenden Jahr peilt Hochtief sogar 470 bis 520 Millionen Euro an.

Offenes Rennen

Hochtief hatte 17,1 Milliarden Euro für Abertis geboten. Noch muss die spanische Börsenaufsicht CNBM dem Angebot zustimmen, dann wäre der Startschuss für das Bieterrennen gefallen. Atlantia hatte 16,5 Milliarden Euro für Abertis geboten. Die Italiener haben allerdings bereits angekündigt, dass die Offerte noch einmal deutlich erhöht werden könnte. Gemeinsam mit Abertis würde Atlantia zum größten Mautstraßenbetreiber der Welt aufsteigen.

Bei Hochtief hatte es dagegen zuletzt Bedenken über die finanziellen Voraussetzungen gegeben. Der Konzern, der das Angebot wegen der spanischen Mutter ACS wohl unter politischem Einfluss abgegeben hat, hat nun entgegen ursprünglicher Absichten angekündigt, das eigene Angebot um die Abertis-Dividende von 40 Cent je Aktie zu kürzen – das sind insgesamt rund 380 Millionen Euro. Das Hauptproblem ist aber die Kursentwicklung der Hochtief-Aktie: Eigentlich will der Konzern 20 Prozent der Offerte mit eigenen neuen Aktien bezahlen. Aktuell notiert der Kurs aber deutlich unter dem angesetzten Festpreis von 146,42 Euro je Aktie.

Es bleibt spannend

Die Finanzierung des Abertis-Deals wäre für Hochtief eine Herausforderung. Der spanische Autobahnbetreiber ist zwar eine lukrative Geldmaschine mit einem EBITDA von 3,8 Milliarden Euro und einer Marge von 66 Prozent. Dennoch dürfte der Bieterkampf vorerst verhindern, dass die Hochtief-Aktie wieder in Richtung der alten Hochs klettert. Anleger warten deshalb ab.

Atlantia bleibt derweil eine Halteempfehlung. Die hohen Gewinne und die solide Dividendenrendite von 4,3 Prozent machen die Aktie attraktiv. Ein Zusammenschluss mit Abertis zum Weltmarktführer wäre zudem wertsteigernd – solange die Übernahme nicht allzu teuer wird.

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