Mastercard
- Andreas Deutsch - Redakteur

Mastercard: Neue Pläne - gibt die 1.900-Prozent-Aktie wieder Gas?

Der Kreditkarten-Konzern Mastercard macht Druck für eine schnellere Verbreitung kontaktloser Bezahlsysteme in Deutschland. Mit allen neu aufgestellten Kassen in Geschäften, die Mastercard-Zahlungen akzeptieren, soll ab dem 1. Januar 2015 auch kontaktloses Bezahlen möglich sein.

Wie Mastercard am Dienstag bekannt gegeben hat, werden alte Terminals ausgetauscht oder mit einem Update versehen. Auf diese Weise sollen in Deutschland spätestens ab 2018 alle Terminals für die kontaktlose NFC-Technologie von MasterCard bereit sein.

Die Branche versucht schon länger, den NFC-Nahfunk als Standard für künftige Bezahldienste zu etablieren, auch weil er die Tür zu digitalen Portemonnaies in Smartphones öffnet. In Deutschland kam sie aber bisher nicht weit. Nach Schätzungen sind hierzulande nur etwa fünf Prozent der 700.000 Mastercard-Akzeptanzstellen für das kontaktlose Bezahlen ausgerüstet. In Polen ist es hingegen rund jedes vierte Terminal.

„Wichtige Marken“

Der jetzt angekündigte NFC-Zwang dürfte die Entwicklung hierzulande beschleunigen. "Deutschland zählt zu den strategisch wichtigen Märkten für uns", betonte Mastercard-Landeschef Pawel Rychlinski am Dienstag. Einmal installiert, wären die Kassen auch für andere Kartenanbieter und Handy-Bezahlsysteme offen. Während diverse Android-Smartphones NFC-Chips haben, verzichtete Apple in seinen iPhones bisher darauf. Es wird spekuliert, dass sich das mit dem nächsten Modell im Herbst ändern könnte.

Aktie ist immer noch ein Kauf

Bargeld- und kontaktloses Bezahlen ist ein Megamarkt, der erst in den Kinderschuhen steckt. Schließlich wird in den Schwellenländern wie China und Indien noch von vielen Menschen mit Bargeld bezahlt. Kontaktloses Bezahlen bietet dem Einzelhandel hohes Einsparpotenzial, da es herkömmliche Kassen überflüssig macht. Mastercard ist hier stark aufgestellt, die Gewinnwachstumsraten sind weiterhin hoch. Die Aktie ist deswegen – trotz eines 2014er-KGV 25 und trotz 1.900 Prozent plus seit dem Börsengang 2006 – immer noch ein Kauf.

(Mit Material von dpa-AFX)

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