LPKF Laser & Electronics
- Michael Schröder - Redakteur

LPKF Laser vor Gegenbewegung: "Wir erwarten gute Q3-Zahlen"

Heute rutschte die LPKF-Laser-Aktie mit 10,37 Euro auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Damit markierte die TecDAX-Aktie den bisherigen Tiefpunkt der seit Jahresbeginn laufenden Konsolidierung. Es spricht aber einiges dafür, dass dies auf lange Sicht der tiefste Kurs gewesen ist und der Kurs schon bald wieder in einen Aufwärtstrend übergehen wird.

Nach einem außerordentlich guten Jahr 2013 war LPKF Laser im Januar bei Kursen von über 21 Euro ins Jahr gestartet. Mit den Zahlen für 2013 und für das Q1 2014 stiegen die Sorgen, dass der Hersteller von Maschinen und Lasersystemen seinen Wachstumszenit überschritten hat. „Unser Geschäftsverlauf ist relativ stark von größeren Projekten und auch von saisonalen Effekten beeinflusst“, entgegnet Vorstand Dr. Ingo Bretthauer im Gespräch mit dem AKTIONÄR. „In der Regel ist das zweite Halbjahr umsatzseitig aber deutlich stärker als das erste. Das wird 2014 wieder so sein. Im Vorjahr war es gegen die Regel einmal genau andersherum“, so der Firmenlenker. Im zweiten Quartal erzielte LPKF Laser einen Rekord-Auftragseingang von 42,5 Millionen Euro. Der Auftragsbestand stieg in den ersten sechs Monaten damit um knapp 150 Prozent und erreichte mit 51,8 Millionen Euro ebenfalls einen Rekordwert. Im laufenden dritten Quartal ist zwar kein neuer Bestwert zu erwarten. Der Auftragseingang sollte dennoch deutlich über dem Vorjahr liegen.

LPKF Laser ist auf weiteres Wachstum vorbereitet. „Wir werden den größten Teil unseres aktuellen Auftragsbestands bis zum Jahresende abarbeiten können. Hinzu kommen laufend weitere Auftragseingänge, die wir bis zum 31. Dezember als Umsatz verbuchen werden“, so Dr. Bretthauer. Das Geschäft läuft so gut, dass der Vorstand die Weihnachtspause bereits abgesagt hat. Im Gesamtjahr sollen die Umsätze zwischen 132 Millionen und 140 Millionen Euro liegen. Die EBIT-Marge soll dabei zwischen 15 und 17 Prozent herauskommen. „Wir erwarten gute Q3-Zahlen, die bestätigen dürften, dass die Gesamtjahresziele trotz des schwachen Jahresauftakts zu erreichen sind“, sagt Dr. Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe. Er empfiehlt die Aktie daher mit Kursziel 17 Euro zum Kauf.

Im laufenden Jahr hat der TecDAX-Konzern neben einem großen Solarauftrag einen starken Auftragseingang von chinesischen Smartphone-Herstellern für Systeme zur Laser-Direkt-Strukturierung (LDS) verzeichnet. Durch das LDS-Verfahren sparen Kunden Platz und Gewicht, die Funktionsdichte steigt. Kein Wunder, dass in mehr als der Hälfte aller Smartphones bereits mindestens ein Teil steckt, das mittels LPKF-Technologie hergestellt worden ist. Apple nutzt für die Antenne im iPhone aufgrund des Metallgehäuses dem Vernehmen nach aber kein LDS.

Das LDS-Geschäft ist sehr profitabel. „Aus dem starken Auftragseingang im ersten Halbjahr 2014 wird deshalb ein margenstarker Umsatz im zweiten Halbjahr resultieren“, so Dr. Bretthauer. Daher arbeitet die Gesellschaft fieberhaft daran, die LDS-Anwendungen weiter zu verbreiten. „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen und sprechen mit verschiedenen Herstellern über Projekte zum Beispiel im LED-Bereich und bei der Herstellung von Sensoren und im Automotive-Bereich“, bleibt der Vorstand optimistisch. Neben dem LDS-Geschäft sieht er auch beim Kunststoffschweißen („Plastic Welding“) und der Leiterplatten-Bearbeitung („PCB Production Equipment“) Potenzial. Beim PCB dürfte LPKF Laser von der anstehenden zyklischen Branchenerholung profitieren. „In allen Bereichen machen wir durch den Einsatz des Lasers als hochpräzises Werkzeug die weitere Miniaturisierung von elektronischen Bauteilen möglich.“

Die 9-Monats-Zahlen am 12. November sollten die positive Einschätzung noch einmal eindrucksvoll untermauern. Die potenziellen Anwendungen für LPKF-Produkte sind so vielfältig, dass auch mittelfristig keine Verlangsamung des Wachstums zu erwarten ist. Kann der Vorstand die Prognosen erfüllen, sollte sich die Aktie nachhaltig von ihren Tiefstständen lösen. Risikobewusste Anleger setzen einen ersten Fuß in die Tür. Allein eine Beruhigung des Marktumfelds, würde die Chance auf eine Gegenbewegung bis in den Bereich um 14 Euro eröffnen.

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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