Linde
- Thorsten Küfner - Redakteur

Linde: Das war’s – Aktie verliert acht Prozent

Kaum begonnen und schon in Luft aufgelöst: Der Gasehersteller Linde und der US-Konzern Praxair haben ihre Fusionsgespräche aufgegeben. Vor gut vier Wochen gaben die Unternehmen bekannt, einen Zusammenschluss unter Gleichen zu prüfen. Die Anteile des DAX-Konzerns geraten stark unter Druck und verlieren rund acht Prozent.

Nicht gleicher Meinung waren sich die Chefetagen vor allem bei der Wahl des Firmensitzes und der Struktur des fusionierten Unternehmens, verlautete aus den Gesprächen in den vergangenen Wochen. In Detailfragen sei es nicht zu einer Einigung gekommen, hieß es dann am Montag offiziell. Linde-Aktien fielen zum Handelsauftakt um gut acht Prozent. Anleger zeigten sich enttäuscht. Nach der Ankündigung Mitte August waren die Papiere stark gestiegen.

Die Pläne waren in der Finanzwelt auf viel Zustimmung gestoßen. Ein Zusammengehen hatten Analysten als strategisch sinnvoll begrüßt. Hätte die Transaktion geklappt, wäre ein neuer Weltmarktführer für Industriegase entstanden. Linde hatte seinen globalen Spitzenplatz an den französischen Rivalen Air Liquide abtreten müssen, nachdem dieser in diesem Jahr das US-Unternehmen Airgas geschluckt hatte.

Praxair wurde 1907 gegründet und kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von 10,8 Milliarden US-Dollar. Linde erzielte 2015 rund 18 Milliarden Euro Umsatz. Gemessen am Marktwert hatte Praxair mit 33,7 Milliarden Dollar allerdings die Nase vorn. Die Münchener kamen - vor Bekanntwerden der Gespräche - auf 25,9 Milliarden Euro.

 

Abwarten!
Angesichts des aktuell ohnehin etwas trüben Marktumfeldes und es nun wieder eingetrübten Chartbildes sollten Anleger bei der Linde-Aktie derzeit lediglich an der Seitenlinie verharren und eine Stabilisierung abwarten. Wer bereits investiert ist, beachtet den Stopp bei 125 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)


 

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