GoPro
- Benedikt Kaufmann

Krieg der Drohnen – GoPro verliert an Boden

Der Marktführer im Drohnengeschäft ist angetreten, um den Neuling in seine Schranken zu verweisen. Mit der neuen Mavic Pro von DJI könnte der vor knapp zwei Wochen vorgestellten GoPro Karma ernstzunehmende Konkurrenz drohen.

Viele Experten gaben an, dass es sich bei der Karma um einen neuen Verkaufsschlager handeln würde. GoPro könnten Spitzenumsätze von einer Milliarde Dollar in Aussicht stehen. Möglicherweise müssen sie nun ihre Einschätzung revidieren, denn im direkten Vergleich schlägt das Konkurrenzprodukt von DJI die GoPro-Drohne in fast allen Punkten.

Beide Drohnen haben eine handliche Größe, sind faltbar und einfach zu steuern. Sie zielen somit eher auf Hobbyfilmer und -piloten ab und weniger auf professionelle Anwender. Die GoPro-Drohne gibt es ab 800 Dollar ohne Kamera (mit der neuen Hero5 Black Kamera ab 1100 Dollar). Ihr DJI Gegenstück wird mit einer 4K-Kamera für 750 Dollar verkauft. Diesen Kampfpreis kann DJI nur halten, da bereits seit zehn Jahren in die Entwicklung von Software und Hardware investiert wird. Technisch lässt der Marktführer den Neuling ebenso schlecht aussehen. Längere Flugzeiten und Reichweiten, Sensoren zur Kollisionsverhinderung, Smartphone-Steuerung und einen automatischen Folgen-Flugmodus.

GoPro ist zwar eine starke Marke mit einer loyalen und gleichzeitig großen Fangemeinde. Diese treuen Kunden hat sich GoPro jedoch mit einem Technik-Vorsprung im Bereich seiner Kameras verdient und nicht mit Drohnen. Qualitativ sind die GoPro-Kameras nicht von DJI zu schlagen. Sollte sich die Mavic Pro Kamera qualitativ im Bereich der Phantom-Modelle von DJI halten, werden Hobbyanwender jedoch kaum Unterschiede spüren. Käufer die sich eher für Drohnen begeistern, werden sich für die bessere Technik zu entscheiden – insbesondere wenn die bessere Technik zu einem kleineren Preis geboten wird.

Kursfantasie flaut ab

Im Bereich der Drohnen ist GoPro leider bereits vor dem Erscheinen der Karma am 23. Oktober ins Hintertreffen geraten (zu allem Überfluss erscheint die Mavic Pro voraussichtlich schon am 15. Oktober). Die Aktie des kalifornischen Konzerns konnte mit der Fantasie um reißende Drohnenabsätze bis zu 30 Prozent zulegen. Diese Kursfantasie flaut nun ab. Bereits investierte Anleger lassen die Gewinne laufen. Neue Anleger verharren an der Seitenlinie.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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