Kloeckner
- Maximilian Völkl

Klöckner & Co: Gewinnsprung – doch die Prognose wird gekappt!

Der Stahlhändler Klöckner & Co hat ein überraschend starkes Sommerquartal hinter sich. Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten in Europa senkte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr dennoch leicht. Der Vorstand rechnet nun nur noch mit einem operativen Gewinn (EBITDA) zwischen 190 und 200 Millionen Euro. Bislang hatte der MDAX-Konzern bis zu 210 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Im dritten Quartal hat Klöckner seinen Aufwärtstrend allerdings überraschend beschleunigt. Dank neuer Einsparungen und des Wirtschaftsaufschwungs in den USA legte der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel auf 59 Millionen Euro zu. Der Umsatz wuchs nach der Trennung von zahlreichen wenig profitablen Geschäftsbereichen langsamer – um knapp fünf Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Beide Kennzahlen lagen damit über den Erwartungen der Analysten.

Dividende geplant

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 15 Millionen Euro übrig - vor einem Jahr hatte an dieser Stelle noch ein Verlust von 11 Millionen Euro gestanden. Damit bleibt Klöckner auf Kurs – erstmals seit vier Jahren will der Konzern wieder eine Dividende zahlen. Vor drei Monaten hatte Vorstandschef Gisbert Rühl angekündigt, mindestens 20 Cent je Aktie ausschütten zu wollen.

Starkes Amerika-Geschäft

Von der trüberen Konjunktur will sich der Konzern dabei nicht aufhalten lassen. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Anstieg der Stahlnachfrage. Allerdings dürften die niedrigen Stahlpreise die positiven Effekte des Absatzzuwachses laut Einschätzung wieder auffressen. Positiv: Klöckner profitiert derzeit vom deutlichen Ausbau des Nordamerika-Geschäfts. Dadurch kann die schwache Entwicklung in Europa mehr als kompensiert werden.

Aktie volatil

Im frühen Handel zeigt sich die Klöckner-Aktie am Donnerstag sehr volatil. Der Markt ist sich noch nicht einig, ob die gesenkte Prognose oder das starke dritte Quartal die Richtung vorgeben. In der Stahlbranche bevorzugt DER AKTIONÄR allerdings ohnehin die Aktie von ThyssenKrupp. Am Donnerstagmorgen profitieren die Papiere von den starken Gewinnzahlen des Konkurrenten Klöckner und zählen zu den stärksten Werten im DAX. Mit Spannung wird nun der Thyssen-Jahresabschluss am 20. November erwartet. Ein Stoppkurs bei 16 Euro sichert die Position ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

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  • Tom Schroeder -
    Als ehemaliger Anmalyst halte ich die Klöckner-Aktie für stark unterbewertet. Trotz des schwierigen Umfelds in Europa hat das Unternehmen in diesem Jahr (und auch heute) sehr gute Zahlen vorgelegt. Ein leichter Konjunkturschub mit moderat anziehenden Stahlpreisen genügen, um einen erheblichen Gewinnsprung auszulösen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Interessen eine Rolle spielen, um den Kurs so massiv unter den fairen Wert (dürfte bei 13 Euro liegen) zu drücken?

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