K+S
- Thorsten Küfner - Redakteur

K+S: Potash will nicht mehr – Übernahme abgeblasen!

Potash hat den Übernahmeversuch des deutschen Konkurrenten K+S abgeblasen. Wie die Kanadier mitteilten, mache es wegen der sich zuletzt stark eingetrübten Marktlage und des Widerstands der K+S-Führungsriege keinen Sinn mehr, die Übernahme weiter zu verfolgen. Im Juni war bekannt geworden, dass Potash an einem Kauf interessiert ist und der Spitze von K+S Ende Mai ein Gebot über 41 Euro je Aktie in Aussicht gestellt hat.

Da das Management des deutschen Konzerns gegen die Übernahme ist und sich zudem die Lage an den Rohstoffmärkten und Börsen eingetrübt hat, konnte der Kurs der K+S-Aktie nur kurz von der möglichen Offerte profitieren . Das Papier zog in der Spitze bis auf 40,285 Euro - also fast dem von Potash in Aussicht gestellten Preis - an. In den Wochen danach sackte der Wert der Aktie aber wieder deutlich ab. Zuletzt kostete sie mit 31 Euro kaum mehr als vor dem Bekanntwerden des Potash-Interesses.

Organisches Wachstum im Fokus

Potash-Chef Jochen Tilk setzt jetzt auf Wachstum aus eigener Kraft. Das Unternehmen sei mit seiner Bilanz, seinem Portfolio und operativen Struktur gut aufgestellt, um künftige Chancen zu nutzen. Er betonte noch einmal, dass der Ende Mai dem K+S-Management unterbreitete Vorschlag fair und angemessen war. Der Vorschlag habe zudem umfassende und glaubhafte Zusagen an die Mitarbeiter, Gewerkschaften und Standorte von K+S enthalten. ein Zusammenschluss hätte es beiden Unternehmen erlaubt, von einer breiteren Aufstellung sowohl bei den Produkten als auch Regionen zu profitieren.

Schwieriges Umfeld

Doch inzwischen habe sich die Situation drastisch geändert. "Seither hat das herausfordernde gesamtwirtschaftliche Umfeld dazu beigetragen, dass die weltweiten Rohstoff- und Aktienmärkte deutlich nachgegeben haben. Vergleichsunternehmen in der Kalibranche mussten Kurseinbrüche um fast 40 Prozent hinnehmen", sagte Tilk. "Angesichts dieser Marktbedingungen und der fehlenden Unterstützung seitens des K+S-Managements sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es nicht länger im Interesse unserer Aktionäre liegt, den Zusammenschluss weiterzuverfolgen."

Deutlich unter Druck
Für Anleger, die die K+S-Aktie bereits besitzen, ist diese Meldung natürlich ärgerlich, der Kurs schmiert deutlich ab. Grund zur Panik besteht aber eigentlich nicht. Die DAX-Titel notieren nun bereits unter dem Niveau vor Bekanntwerden des Interesses von Potash. Die Bewertung ist sowohl im hitstorischen als auch im Branchenvergleich mit einem KGV von 10 und einer Dividendenrendite von mehr als vier Prozent nun sehr attraktiv. Stopp bei 27,00 Euro beachten.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Gelingt 2018 endlich die Wende?

Die US-Ostküste kämpft immer noch gegen die Massen aus Eis und Schnee – und das mithilfe des Salzherstellers K+S. Wenig verwunderlich war es daher, dass der Aktienkurs in den vergangenen Tagen auch wieder deutlich Boden gut machen konnte. Dadurch hat sich auch das Chartbild deutlich aufgehellt. Was … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Wie hoch fällt die Dividende aus?

Die Anteilseigner von K+S hatten auch 2017 nur wenig Grund zur Freude beim Blick auf die Aktienkursentwicklung. Viele Anleger trösten sich damit, dass der Düngemittel- und Salzproduzent ihnen zumindest Jahr für Jahr eine Dividende ausschüttet. DER AKTIONÄR zeigt auf, was für die kommenden Jahre zu … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Selbst der Schnee hilft kaum noch …

In den letzten Jahren war es stets dasselbe Bild: Fiel in Europa und Nordamerika Schnee, so zog auch die Aktie des Düngemittel- und Salzkonzerns K+S an. Schließlich bescheren die Schneefälle dem Kasselaner Konzern satte Einnahmen. Doch in diesem Jahr kann die gebeutelte Aktie selbst davon nicht … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Es ist aus

Es ist zweifellos ein sehr trauriger Tag für die Mitarbeiter von K+S im Bergwerk Sigmundshall in Wunstorf-Bokeloh: Das im MDAX notierte Unternehmen hat entschieden, die Produktion dort bis Ende kommenden Jahres zu beenden, weil der wirtschaftlich rentable Abbau dort immer schwieriger werde. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Durchbruch bei K+S

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat sich nach einem jahrelangen Streit mit dem Naturschutzverein BUND endlich geeinigt. Demnach plant der Konzern, weniger Salzabfälle in der Werra zu versenken. Der BUND zieht im Gegenzug die laufende Klage gegen die aktuelle Versenkerlaubnis für K+S zurück. mehr