K+S
- Markus Bußler - Redakteur

K+S: Eine ernüchternde Bilanz

Noch ist das Jahr nicht zu Ende. Doch schon heute ist klar: Die K+S-Aktie ist eine der großen Enttäuschungen des Jahres. Das Papier präsentierte sich schon in der ersten Jahreshälfte schwach. Als dann im Juli auch noch die Allianz zwischen Uralkali und Belaruskali platzte, brach das Papier völlig ein. Bis heute hat sich die Aktie davon nicht erholt.

15,02 Euro – so lautet der bisherige Tiefstkurs des Papiers. Zu Jahresbeginn notierte das Papier noch bei deutlich über 35,00 Euro. Doch die Probleme bei K+S wollten in diesem Jahr kein Ende nehmen: Schon seit Jahresanfang präsentierte sich die gesamte Branche schwach. Die Preise für Agrarrohstoffe wie beispielsweise Weizen standen unter Druck. Und das erhöhte nicht gerade die Bereitschaft der Landwirte, in Dünger zu investieren. Damit gerieten bereits zu Jahresbeginn die Preise für Kalidünger unter Druck.

Preise gerieten ins Purzeln

Doch der große Knall kam im Juli: Der russische Vertreter Uralkali beendete die Vertriebsgemeinschaft mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali. Mehr noch: Der Vorstand kündigte gleichzeitig einen harten Preiskrieg auf dem Kali-Markt an. Die Preise gerieten ins Purzeln – und die Kunden hielten sich nach wie vor mit Käufen zurück. Niemand wollte zu viel bezahlen. Und so ist die Nachfrage nach wie vor eher mau.

Dazu kommt: K+S hat sich mit dem Legacy-Project in Kanada zwar eines der aussichtsreichsten Kali-Projekte weltweit gesichert. Dieses Projekt aber in Produktion zu bringen, kostet den Konzern Milliarden. Und angesichts der weltweit fallenden Kalipreise zweifelten einige Experte bereits die Wirtschaftlichkeit an. Doch der Vorstand von K+S hat sich klar zu dem Projekt bekannt. Und auch wenn K+S Millionen einsparen will – Abstriche beim Legacy-Project soll es nicht geben.

Freilich, es gibt auch Hoffnungsschimmer: Eine veränderte Aktionärsstruktur bei Uralkali gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die Politik bei dem Kali-Konzern ändert und das Unternehmen sich wieder an Belaruskali annähert. Die Weißrussen dürften sich nicht sträuben. Das Land ist chronisch klamm bei Kasse. Die Einnahmen aus Rohstoffverkäufen sind für das Land überlebenswichtig. Die Verärgerung über den Bruch des Bündnisses dürfte schnell vergessen sein, wenn dadurch neue Devisen den Staatshaushalt unterstützen.

Aus charttechnischer Sicht fehlen dem Papier derzeit die Impulse. Erst ein Ausbruch über das Bewegungshoch bei 23,70 Euro würde ein Kaufsignal generieren. Hingegen würde ein Abrutschen unter die Unterstützung bei 18,50 Euro auf einen neuerlichen Test des Tiefs bei 15,02 Euro hindeuten. Nicht investierte Anleger sollten eine der Chartmarken abwarten um sich auf der Long- oder Shortseite zu positionieren. Derzeit drängt sich ein Einstieg nicht auf.

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