K+S
- Markus Bußler - Redakteur

K+S: Der Groppe geht es gut

Für viele ist es nur eine Randnotiz, doch für Naturschützer ist es wichtig: Der Groppe, einem heimischen Fisch, geht es offensichtlich in der Werra, einem Fluss in Hessen, gut. Und das freut auch K+S. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil es salziges Wasser aus der Kaliproduktion in die Werra einleitet.

Die als gefährdet geltende Fischart Groppe fühlt sich einer Studie zufolge in der Werra trotz der Salzbelastung wohl. Die Untersuchung zu den Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen stellte der Kali- und Salzproduzent K+S am Dienstag im osthessischen Philippsthal vor. Bei den untersuchten Fischen hätten sich außerdem keine Krankheiten feststellen lassen, sagte der Biologe und Untersuchungsleiter Eckhard Coring.

15 Fischarten

Für die Studie sei gezielt nach Groppen gesucht worden, betonte der Fischerei-Sachverständige Jürgen Rommelmann. In 19 von 21 untersuchten Abschnitten im FFH-Gebiet "Werra zwischen Philippsthal und Herleshausen" wurden die Tiere gefunden. Insgesamt zählten die Wissenschaftler 15 Fischarten, darunter Barbe, Flussbarsch und das Bach-Neunauge.

Kritik an K+S
K+S steht in der Kritik wegen der Salzabwasser aus der Kaliproduktion, die der Konzern auch in die Werra leitet. Das Unternehmen hatte die Studie in Auftrag gegeben, weil die Fortpflanzung der Groppe in der salzbelasteten Werra von Kritikern infragegestellt worden war. "Die Fortpflanzung ist möglich", konstatierte Martin Eichholz, Leiter der Abteilung Umwelt und Genehmigungen bei K+S. Durch eine weitere Verringerung des Salzgehaltes allein sei keine Verbesserung des Flusses mehr zu erreichen.

BUND widerspricht
Dem widersprach Thomas Norgall von der Naturschutzorganisation BUND. Das Ergebnis sei keine Überraschung, sagte er. Die Groppe gelte als salztolerant. „Nur weil es der Groppe gutgeht, muss es nicht auch allen anderen Fischen gutgehen. Wenn es allen gutgehen soll, muss das Salz raus aus dem Fluss“, betonte er. Das unterstrich Biologe Coring: „Das Ergebnis heißt nicht, dass der allgemeine Zustand der Werra günstig ist. Dass die Werra Sanierungsbedarf hat, ist klar.“

Die Nachricht dürfte kaum Einfluss auf den Kurs haben und die Kritik dürfte nur ein wenig leiser werden, nicht aber verstummen. Die Aktie von K+S ist zunächst an einem Widerstand gescheitert und konsolidiert seitdem. Dennoch glaubt DER AKTIONÄR, dass das Papier das Potenzial hat, bis in den Bereich von 30,00 Euro vorzustoßen.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Damit können Aktionäre rechnen

Es ist eine spannende Phase, in der sich K+S aktuell befindet. Es gibt viele Unwägbarkeiten über die Entwicklung der Kalipreise, die Effizienz der neuen Mine in Kanada und die Produktionsmöglichkeiten der deutschen Werke. DER AKTIONÄR zeigt auf, womit Analysten für das laufende und das kommende … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Die UBS hebt den Daumen

Die Experten der Großbank UBS haben die Aktie des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S erneut näher analysiert. Demnach wird den MDAX-Titeln ein etwas höheres Aufwärtspotenzial zugestanden. Denn anstatt den bisher ausgerufenen 26,00 Euro beläuft sich der faire Wert laut den Analysten nun auf 27,00 … mehr
| Thorsten Küfner | 1 Kommentar

K+S: Kursziel steigt um 12,50 Euro

Die Experten der US-Großbank Citigroup sind bereits seit geraumer Zeit sehr skeptisch für die Aktie des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S gestimmt. Das bleiben sie auch weiterhin. Allerdings haben sie zumindest von ihrem äußerst düsteren Kursziel für die MDAX-Titel etwas Abstand genommen. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

K+S: Das war zu wenig ….

K+S hat mit den Quartalszahlen die Markterwartungen verfehlt. So kletterte der Umsatz um vier Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um zwölf Prozent auf 237 Millionen Euro, der Nettogewinn betrug 0,44 Euro je Aktie. Analysten hatten mit Erlösen von 1,20 Euro und einem Gewinn … mehr