Tencent
- Benedikt Kaufmann

Jetzt doch 2018? Insider: Neuer Termin für Tencent Music Börsengang

Sind China-Aktien jetzt reif? Insidern zufolge macht der chinesische Streaming-Dienst Tencent Music Entertainment (TME) ernst. Der US-Börsengang soll am 12. Dezember stattfinden und könnte – wie ursprünglich geplant war – mit einem Volumen zwischen einer und zwei Milliarden Dollar angesetzt sein. Ein Stimmungsbarometer für China-Investoren.

Nach dem US-Börsengang des Video-Streaming-Dienstes iQiyi im März könnte der TME-Börsengang ein erneuter wichtiger Test für die Stimmung bezüglich China-Aktien werden. Der Termin kann sich je nach Marktlage jedoch ändern. Bereits einmal wurde aufgrund eines schwachen Gesamtmarktes der geplante Börsengang im Oktober verschoben.

Rasant wachsendes Zukunftsgeschäft

Für Anleger könnte der Börsengang interessant werden. TME setzt sich aus gleich vier Apps namens QQ Music, Kugou, Kuwo und WeSing zusammen und bietet ein Komplettpaket für jeden Geschmack – von Music-on-Demand über digitalen Einzelkauf hin zu Liveradio oder Karaoke. Für unglaubliche 800 Millionen monatlich aktive Nutzer gibt es von TME was auf die Ohren. Und ja, hier ist keine Null zu viel hineingerutscht. Über die vier Apps werden mehr als doppelt so viele Nutzer erreicht wie durch Spotify (180 Millionen), Apple Music (50 Millionen) und Pandora (81 Millionen) zusammen.

 TME dominiert bereits jetzt den chinesischen Markt. Erstaunlich ist daher, dass der potenzielle Börsenneuling nur mit rund 30 Milliarden Dollar bewertet sein dürfte. Das sind 38 Dollar pro Nutzer. Spotify ist mit aktuell 163, Pandora mit 30 und Apple Music mit 296 Dollar pro Nutzer bewertet. Die niedrigere Bewertung pro Nutzer hat jedoch einen einfachen Grund: In China gehört Musikpiraterie immer noch zum guten Ton. Der Anteil der zahlenden Nutzer ist mit 3,6 Prozent entsprechend gering. Nimmt man diese Anzahl als Maßstab, kommt TME auf 1.042, Spotify auf 354 und Pandora auf 403 Dollar pro Nutzer.

 Die Profitabilität ist gesichert

Die Tatsache, dass die Tencent-Tochter trotz der hohen Kosten für Lizenzdeals profitabel wirtschaftet und den schneller wachsenden chinesischen Markt (CAGR von 37 Prozent bis 2023) dominiert, rechtfertigt jedoch einen gewissen Aufpreis. Insbesondere, da dies Errungenschaften sind, die bisher weder Spotify noch Pandora erreichten und auch im nächsten Jahr nicht erreichen werden. Daneben ist Nutzerakquise für Online-Plattformen unglaublich teuer. Bei TME können dagegen Crossmarketing-­Effekte über andere Tencent-Plattformen genutzt werden, um auch zusätzliche zahlende Nutzer zu gewinnen. So ist bereits ein positiver Trend bei den zahlenden Nutzern erkennbar, denn vor einem Jahr lag der Anteil noch über ein Prozent niedriger bei 2,5 Prozent.

Nach den ersten Eckdaten zu urteilen kann die TME-Aktie für Anleger durchaus interessant werden. Zudem dürfte der Börsengang als Stimmungsbarometer für China-Aktien dienen. DER AKTIONÄR bleibt für Sie am Ball.

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