Intesa Sanpaolo
- Fabian Strebin - Redakteur

Intesa Sanpaolo: Da ist das Ding!

Die Intesa Sanpaolo blieb hart bei den Forderungen für eine Übernahme der gesunden Teile der kriselnden Volksbanken in Italien. Das scheint sich am Ende ausgezahlt zu haben. Für nur einen Euro übernimmt die Bank aus Mailand die Banca Popolare di Vicenza und die Veneto Banca. Und das ist nicht einmal das Beste an dem Deal.

Denn auf die harte Kernkapitalquote von derzeit 12,4 Prozent und die üppige Dividende - im laufenden Jahr beträgt die Rendite mehr als sechs Prozent – wird die Übernahmen keine Auswirkungen haben. Das hat sich zumindest Intesa-CEO Carlo Messina vom Staat zusichern lassen. Zwar entschädigt die Bank Kleinsparer, die sich über Aktien und Anleihen der Krisenbanken an deren Sanierung beteiligen müssen, mit 60 Millionen Euro. Faule Kredite in Höhe von zehn Milliarden Euro wandern allerdings nach Rom zum italienischen Staat.

Zudem erhält Intesa das Recht, weitere vier Milliarden Euro an riskanten Krediten zur Abwicklung an den Staat zu geben, falls sie ausfallen sollten. Außerdem bezuschusst Rom die Integration der gesunden Teile der beiden Volksbanken mit mehreren Milliarden Euro. Am Ende erhält Intesa Sanpaolo 600 Filialen im vergleichsweise reichen Norden von Italien zum Spottpreis. Die Risiken sind zum großen Teil vom Staat abgesichert.

Kluger Schachzug

Mit der Übernahme der Banca Populare di Vicenza und der Veneto Banca ist Intesa-CEO Messina ein strategisches Meisterstück gelungen. Die Marktführerschaft im italienischen Bankenmarkt wird bei begrenzten Risiken ausgebaut. Die gute Kapitalausstattung der Bank bleibt davon unberührt.

Die Aktie der Intesa Sanpaolo ist nach Bekanntgabe des Deals aus dem kurzfristigen Abwärtstrend bei 2,65 Euro ausgebrochen. Der nächste Widerstand liegt jetzt bei 2,76 Euro.

Fundamental ist die Aktie mit einem KGV von 13 deutlich günstiger als die italienische Peergroup, die auf 16 kommt. Laut Analystenschätzungen soll die Bewertung im kommenden Jahr auf nur noch 11 sinken. Für das Papier spricht zudem die hohe Dividendenrendite von 6,6 Prozent. DER AKTIONÄR rät aufgrund des positiven Chance-Risiko-Verhältnisses zum Einstieg. Das Kursziel liegt bei 4,00 Euro. Ein Stopp sollte bei 2,00 Euro gesetzt werden.

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