Infineon
- Michael Schröder - Redakteur

Infineon vor den Zahlen: Das müssen Anleger jetzt wissen!

Gute Geschäfte mit der Autobranche und Industriekunden dürften Infineon im vergangenen Quartal weiter auf profitablem Wachstumskurs gehalten haben. Auch für die restlichen drei Monate des am 30. September endenden Geschäftsjahrs sind die Experten zuversichtlich. Manche spekulieren darauf, dass Konzernchef Reinhard Ploss bei der Bilanzvorlage am Mittwoch (30. Juli) seine Jahresprognose weiter nach oben präzisiert.

Ende April hatte der Vorstandschef angekündigt, mindestens das obere Ende der angepeilten Umsatz- und Gewinnspanne zu erreichen. Bei den Erlösen standen sieben bis elf Prozent Wachstum auf dem Zettel, die operative Umsatzrendite (Segmentmarge) sollte zwischen elf und 14 Prozent liegen. Zumindest beim Umsatz rechnet Warburg-Analyst Malte Schaumann mit einer weiteren Anhebung der Prognose. Auch die Experten der Societe Generale rechnen mit einem präziseren Ausblick.

Zwischen April und Juni dürfte der Umsatz nach Schätzungen der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten verglichen mit dem Vorquartal um sieben Prozent auf 1,12 Milliarden Euro gestiegen sein. Infineon hatte vier bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Wegen schwankender Preise ist in der Halbleiterbranche der Vergleich mit dem Vorquartal statt dem Vorjahreszeitraum üblich. Die Segmentmarge, also das Verhältnis des operativen Gewinns zum Umsatz, dürfte in der oberen Hälfte der angepeilten Spanne von 14 bis 16 Prozent liegen. Unter dem Strich dürften rund 136 Millionen Euro Überschuss stehen.

Als gutes Indiz für ein solides Quartal sieht Baader-Bank-Analyst Günther Hollfelder die Zahlen des US-Konkurrenten Fairchild. Dieser hatte für die vergangenen drei Monate bis Ende Juni ein stärkeres Wachstum vermeldet als erwartet und sich auch für das nächste Quartal optimistisch gezeigt. Dabei helfe vor allem ein Anstieg der Autoproduktion, hieß es.

Im Geschäft mit den Autobauern profitiert Infineon davon, dass nach Jahren auf Talfahrt in Europa wieder mehr Pkw und Lastwagen verkauft und gebaut werden. In Deutschland, dem größten Standort auf dem Kontinent, rollten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres etwa sechs Prozent mehr Neuwagen aus den Fabriken als ein Jahr zuvor.

Allerdings fällt ein Großteil des Anstiegs auf die Zeit von Januar bis März, als die Produktion um elf Prozent zulegte. Entsprechend könnte auch Infineons Geschäft mit den Autobauern etwas an Fahrt eingebüßt haben. Das Geschäft mit der Branche ist besonders wichtig für Infineon, bringt es doch fast die Hälfte des Umsatzes und operativen Gewinns ein.

Der größte Umsatzsprung im dritten Quartal dürfte nach Schätzungen von Warburg-Analyst Schaumann aber aus dem Industriegeschäft kommen. Dort rechnet der Experte mit dem kräftigsten Wachstum. Infineon-Chef Ploss hatte schon Ende April betont, dass neben dem Autogeschäft (ATV) die Industriesparte (IPC) der wichtigste Wachstumstreiber sein werde.

Am Ende ist es egal, ob Infineon die Prognosen anheben wird oder nicht. Der Konzern befindet sich auf Wachstumskurs und die Aktie dürfte ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Das erste Kursziel bleibt das bisherige Verlaufshoch bei 9,45 Euro. DER AKTIONÄR spekuliert im Real-Depot auf weiter steigende Kurse. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen.

 (Mit Material von dpa-AFX)

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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