Nemetschek
- Michael Schröder - Redakteur

Highflyer Nemetschek: Darum könnte die Rallye bald vorbei sein - Peergroup im Fokus

Der Bausoftwarehersteller Nemetschek will nach kräftigen Zuwächsen auch im laufenden Geschäftsjahr weiter zulegen. Trotz weltweit zunehmender Konjunktursorgen scheint die Nachfrage nach Bau-Software robust zu sein. Investoren sind begeistert von den Zielen. Bei einem Blick auf die Bewertung und die Peergroup wird die Luft aber langsam recht dünn.

Die vorläufigen Zahlen von Anfang Februar hat Nemetschek heute bestätigt. Der Umsatz war inklusive einer Übernahme um knapp 17 Prozent auf 461 Millionen Euro gestiegen. Organisch konnte der Bausoftware-Konzern, der seit vielen Jahren vor allem durch Übernahmen an Größe gewinnt, um gut 14 Prozent zulegen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um rund zwölf Prozent auf 121 Millionen Euro. 


Für Kauflaune bei den Investoren sorgt vor allem der Ausblick, der nun ein hohes Umsatzwachstum aus eigener Kraft impliziert. Für 2019 rechnet die Gesellschaft mit einem Umsatz von 540 bis 550 Millionen Euro. Dies entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 17 bis 19 Prozent. Bei der EBITDA-Marge erwartet Nemetschek dagegen nur einen Wert zwischen 25 und 27 Prozent (Vorjahr: 26,3 Prozent). Den niedrigen Zielkorridor begründet der Vorstand unter anderem mit neu akquirierten Marken, die noch geringe Margen verzeichnen, und steigenden Personalkosten durch laufende Einstellungen.


Nemetschek hat sich die Digitalisierung der Baubranche auf die Fahne geschrieben und stellt Software für den kompletten Bauprozess von der Angebotserstellung, Planung über die Umsetzung bis hin zur Verwaltung von Gebäuden her. Zudem bietet das Unternehmen Softwareprogramme für den Bau von Brücken und Tunneln an, aber auch eine 3D-Grafiksoftware etwa für die Werbe- und Filmbranche. Zu den Kunden gehören neben Architekten, Bauunternehmen, Bauträger und Zulieferer auch Banken, Versicherungen und Gebäudedienstleister.

Die starken Wachstumsperspektiven des Bausoftware-Herstellers erschienen im Aktienkurs und einem Börsenwert von fast 5,7 Milliarden Euro mittlerweile eingepreist. Auch der angekündigte Aktiensplit – für jede alte Aktie sollen die Anteilseigner zusätzlich zwei neue Aktien bekommen – kann an der im Peergroup-Vergleich hohen Bewertung (siehe Tabelle unten) nichts ändern. Auch wenn oder gerade weil der Kurs seit dem letzten Split Mitte 2015 um mehr als 350 Prozent zugelegt hat.

Aktie
Börsenwertakt.KGV KGV
in Mrd. €Kurs19e20e
Nemetscheck 5,69 147,80 € 62 54
RIB Software 0,74 14,16 € 40 28
Mensch und Maschine 0,49 29,30 € 32 27
Autodesk 34,04  154,15 $  54 32

 

Gut möglich, dass das aktuelle Momentum die Aktie noch bis an das Rekordhoch von 154,80 Euro aus dem September 2018 führt. Spätestens in diesem Bereich sollte dem Titel dann aber die Luft ausgehen. Investierte Anleger sollten daher nicht vergessen, Gewinne einzustreichen. Für eine Short-Spekulation es noch (!) zu.

 

 

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| Stefan Sommer | 0 Kommentare

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