DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Hausse? Rallye? "Auf keinen Fall!"

Thomas Gebert, Erfinder des bedeutenden Gebert-Indikators, war einer der letzten Super-Bullen an der Börse. Nun macht er sich große Sorgen um die Märkte.

DER AKTIONÄR: Herr Gebert, wenn man Ihr neues Buch liest, bekommt man es mit der Angst zu tun. Warum so skeptisch?

Thomas Gebert: Ich bin nicht der Einzige, der skeptisch ist. Das Office of Financial Research des amerikanischen Finanzministeriums meldete, dass amerikanische Aktien ein Bewertungsniveau erreicht haben, das erst dreimal zuvor erzielt wurde – und zwar vor den drei größten Kurseinbrüchen der letzten 100 Jahre.

Womit rechnen Sie?

Das Narrativ ist im Moment: Es gibt keine Zinsen, deshalb müssen Dividenden her und die sollten so sicher wie möglich sein. Deshalb werden die Disneys und Nestlés gekauft. Nur: So denken im Moment alle. Diese Aktien werden Champions, Dividendenstars, Dividendenaristokraten, Aktien für die Ewigkeit und so weiter genannt. Aber: Wenn sich ein Konsens an der Börse gebildet hat, geschieht in der Regel das Gegenteil davon. Das Richtige wird an der Börse dadurch falsch, dass alle denken, es sei richtig. Die Gefahr eines Rückschlags ist groß, wenn Zweifel an diesem Konsens aufkommen.

Was kann passieren?

Die Gesamtverschuldung der Welt, Staaten, Firmen und Privatpersonen, beträgt etwa 300 Prozent der Weltbruttoinlandsprodukts. Bei einem mittleren weltweiten Zins von zwei Prozent muss die Weltwirtschaft sechs Prozent wachsen, nur um die Zinsen zu verdienen. Sie wächst mit etwas über drei Prozent. So wird es zwangsläufig zu nicht zurückgezahlten Schulden kommen. Die Guthaben, die in den Forderungen bestehen, die nicht bedient werden, werden damit wertlos. Nun kommt es darauf an, dass man nicht zu denen gehört, deren Guthaben verschwinden. Davon handelt mein Buch.

Wann es genau an der Börse nach Meinung Thomas Geberts abwärts geht und was Anleger kaufen können, lesen Sie im neuen AKTIONÄR. Gleich hier kaufen – oder am Kiosk.

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