GoPro
- Jochen Kauper - Redakteur

GoPro-Aktie startet durch – Produktpalette wird durch Drohnen ergänzt

Der Action-Kamera-Spezialist GoPro will seine Produktpalette mit einer Drohne ergänzen. Sie solle im ersten Halbjahr 2016 auf den Markt kommen, kündigte Gründer und Chef Nick Woodman bei einer Konferenz des Technologieblogs "Recode" in der Nacht zum Donnerstag an.
Außerdem zeigte er eine Halterung in Würfel-Form, die bis zu sechs Kameras für 360-Grad-Videos halten kann. Damit soll man auch Aufnahmen für 3D-Brillen zum Eintauchen in virtuelle Welten machen können. GoPro übernahm im April die französische Firma Kolor, die Software zum Zusammenfügen von Aufnahmen verschiedener Kameras entwickelt. Ein zusätzlicher Vorteil für GoPro wäre, dass Nutzer für Rundum-Videos weitere Kameras kaufen müssten.

Nicht nur für Action-Junkies
Die Kameras von GoPro, die etwa an Helmen, Surfbrettern oder Fahrrädern montiert werden können, sind bei Outdoor- und Extrem-Sportlern beliebt.Mittlerweile filmen Millionen Adrenalin-Junkies ihre spektakulären Ski-Stunts in den Rocky Mountains, ihre heißen Ritte auf den Wellen auf Hawaii, ihre Downhill Manöver in den Schweizer Bergen oder nutzen die kleinen Tausendsassas von GoPro einfach nur bei einer Sightseeing-Tour für ein nettes Selfie auf dem Empire-State Building in New York. Dabei werden die Kameras einfach auf Fahrrad- oder Skihelme montiert. Oder man kauft einfach eine der unzähligen Specials von GoPro dazu, die dann als Kameragriff oder als Stativ verwendet werden können.

Sensationelle Bildqualität

Die Kameras sind 150 Gramm leicht, nicht einmal so groß wie eine Zigarettenschachtel. Die Filmaufnahmen haben Kinoqualität, die Bilder sind gestochen scharf. Die Kameras kosten zwischen 125 und 500 Dollar. Die neueste Kreation von Nick Woodman und seinem Jungs  ist die Go Pro Hero 4. Auch die legendären Hollywood-Studios haben die Kameras von GoPro schon für verschiedene Actionszenen eingesetzt. Zum Bespiel in „spiderman3“. Und sogar die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die Minikameras ins Weltall geschossen, um Aufnahmen von der Erde zu machen.

Einfach trendy

Die Kameras sind hipp, trendy und treffen den Nerv der Zeit. Risikosportarten werden immer beliebter und natürlich muss das selbst erlebte auch geteilt werden. Sonst wäre es ja auch nur halb so viel wert. Die Community muss am Erfolg, am Adrenalinkick teilhaben. Das geschieht in erster Linie über Youtube. Kar ist, dass es sicherlich auch dem Hype um Youtube zu verdanken ist, dass GoPro gewissermaßen zur Kult-Marke aufgestiegen ist.

Knackige Wachstumsraten

Die Wachstumsraten haben es in sich und spiegeln den Erfolg von GoPro wider. 2011 setzte die Firma 234 Millionen Dollar um. Experten schätzen für  2015  Erlöse in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie steht dem in Nichts nach. Woodman betont, dass GoPro von Beginn an profitabel gewesen sei. 8 Cent waren es 2011, 1,65 Dollar pro Aktie schätzen die Analysten für das laufende Jahr. Auch die letzten Quartalszahlen waren exzellent und haben die letzten Skeptiker überzeugt. GoPro legte das zweibeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte vor.

Marketing par Excellance 

GoPro ist aber nicht nur ein reiner Hardware-Hersteller. GoPro ist eine geniale Marketing-Maschine. Und das in einer Art und Weise, die einen Vergleich mit Red Bull nahelegt. Woodman und sein Team treten ähnlich wie der Brausehersteller aus Österreich als Hauptsponsor zahlreicher Extremsportler und Veranstaltungen mit Adrenalin-Kick-Garantie auf.  So zum Beispiel den Ironman Triathlon auf Hawaii oder die Freeride Worldtour, das Highlight für jeden Extremskifahrer der Welt. Die Athleten werden von der Öffentlichkeit bewundert, nacheifern ist garantiert. Und natürlich ist auch nur derjenige „in“, der seine eigenen Erlebnisse, seine Stunts oder einfach nur die Bilder online stellt und teilt. „Jeden Morgen entdecken wir neue Videos mit unserem Logo, die uns umhauen. Und wir müssen nichts dafür tun. Unsere Kunden sind unsere besten Verkäufer“, sagte GoPro-Chef Nick Woodmann in einem Interview auf CNBC. Nach Informationen von GoPro wurden im Jahr 2014 im Schnitt täglich 6.000 GoPro-Videos hochgeladen. Außerdem verzeichnet der offizielle Channel über 450 Millionen Views und besitzt zwei Millionen Abonnenten. Damit ist GoPro laut offiziellem Ranking von Youtube die Nummer eins unter den Marken-Channels.

 

 

Auf den Spuren von Red Bull

GoPro will aber nicht nur ein reiner Hersteller von Kameras bleiben. Woodman will das Unternehmen wandeln, mehr und mehr hin zu einer Firma, die auch eigene Inhalte produziert. Wie ebne auch Red Bull. Eine ausgeklügelte, gigantische Marketing-Maschine!

Nachdem den Hype hat sich die GoPro-Aktie in den letzten Wochen etwas beruhigt. Von 70 Dollar ist das Papier auf 35 zurückgefallen. GoPro hat aktuell eine Börsenbewertung von 5 Milliarden Dollar, bei einem erwarteten Umsatz 2015 in Höhe von 1,9 Milliarden, . Klar hat die Firma eine knackige Bewertung, keine Frage. Dennoch sind die Perspektiven glänzend. Der Top-Tipp spekulativ aus Ausgabe 22/15 von DER AKTIONÄR bleibt ein Kauf.

 

 

 

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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