Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold 5.000? Bitte nicht!

Rob McEwen, Ex-CEO von Goldcorp und CEO von McEwen Mining, hat sich in einem Interview zu Wort gemeldet und sieht den Goldpreis auf 5.000 Dollar steigen. Das klingt nach der Phantasie eines Mannes der Bergbau-Industrie. Nach Wunschdenken eines Managers. Aber nach Realität? Auf keinen Fall. Bei dem einen oder anderen, nein, bei der Mehrzahl aller Menschen wird ein solches Kursziel nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen.


Warum auch sollte Gold steigen? Vielleicht wegen der 19 Billionen Dollar Schulden in den USA? Ist doch ein Pappenstil. Vielleicht wegen der Geldflut, die sich früher oder später ihren Weg in die Realwirtschaft bahnen könnte und zu einer Geldentwertung führen könnte? Keine Sorge, die Notenbanken haben das unter Kontrolle. Oder weil ein großer Schuldenschnitt kommen könnte? Nein, nein, keine Sorge, unser Finanzsystem ist kerngesund.


Zusammenbruch der Systeme


Wenn Rob McEwen – und ich glaube wirklich, er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Manager in der Goldindustrie – von einem Goldpreis von 5.000 Dollar spricht, dann weiß er sehr wohl, dass dies mit starken Verwerfungen auf den Finanzmärkten einhergehen würde. Er weiß auch, dass dies gleichzeitig einen Vertrauensverlust in Papiergeldwährungen bedeuten würde. Vermutlich würde in diesem Fall die eine oder andere Währung komplett zusammenbrechen – und vermutlich auch das eine oder andere politische System.


Ich freue mich über einen steigenden Goldpreis. Ich glaube auch, dass der kommende Anstieg vermutlich parabolisch über die Bühne gehen wird und der Goldpreis in einigen Jahren über 2.000 Dollar stehen wird. Aber ich hoffe, Rob McEwen irrt sich. Denn ein Goldpreis von 5.000 Dollar würde wahrlich keine gute Botschaft für unser Finanzsystem sein. Vermutlich würden Krieg und Armut das Ergebnis sein. Deshalb: Gold 5.000 Dollar? Bitte nicht!

Der Artikel erschien heute Morgen bereits im Goldtelegramm. Für das Goldtelegramm können Sie sich kostenlos auf der Seite www.goldfolio.de anmelden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Irgendwo im Nirgendwo

Der Goldpreis hat an Schwung verloren. Derzeit bewegt sich das Edelmetall weder deutlich nach oben noch nach unten. Der Goldpreis pendelt nach der Rallye der vergangenen Woche um die Marke von 1.240 Dollar. Ein starkes Zeichen wäre allerdings nach Ansicht von Markus Bußler ein Angriff auf das Hoch … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Gold: Ein Ausrufezeichen!

Es ist schwer zu sagen, wieviele Hände man bräuchte, um die Experten abzuzählen, die sich sicher waren: Hebt die Fed die Zinsen an, dann crasht Gold. Aber das Gegenteil ist geschehen. Der Goldpreis hat nach dem Zinsentscheid deutlich angezogen und sendet ein Lebenszeichen. Die Konsolidierung der … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Rock 'n' Roll in der 2. Reihe

Der Goldpreis scheint sich im Bereich von 1.200 Dollar stabilisieren zu wollen. Doch derzeit wartet alles auf die Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch. Die Fed wird die Zinsen voraussichtlich anheben. Das könnte zwar noch kurzfristig für Druck sorgen. Dennoch: Der Großteil sollte längst eingepreist … mehr