Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Eine Woche zum Vergessen

Der Goldpreis hat in der Spitze um rund 6,5 Prozent korrigiert. Ein durchaus beachtlicher Kursrutsch innerhalb weniger Tage. Die Suche nach den Gründen ist müßig. Sicherlich dürften die bearishen Kommentare seitens Goldman Sachs und Morgan Stanley die Anleger verunsichert haben.

Die Argumente für den fallenden Goldpreis sind dabei immer die gleichen: Die Krim-Krise entspannt sich allmählich, dazu erholt sich die US-Wirtschaft – deshalb wird Gold als Versicherung nicht mehr gebraucht. Zudem soll die Nachfrage im asiatischen Raum nachlassen. Wieso, weshalb, warum – die Antworten sucht man jedoch vergebens. Kurzum: Die Meinung der US-Banken hat noch immer Gewicht und kann für fallende Kurse sorgen – wenn es nur die Meinung war. Gut möglich, dass auch über die Rohstoffbörse Comex etwas nachgeholfen wurde.

Ein Blick auf die Charttechnik

Der schöne Aufwärtstrend beim Goldpreis ist jedenfalls erst einmal Geschichte. Jetzt liegt das Augenmerk auf der Marke von 1.280 Dollar – hier liegt das ehemalige Ausbruchsniveau. Gelingt es den Bullen, diese Marke zu verteidigen, besteht kurzfristiges Potenzial für einen Rebound. Der könnte dann wieder bis in den Bereich von 1.360 Dollar führen. Hier wartet dann der nächste hartnäckige Widerstand. Soweit zur Charttechnik.

Minenaktien stemmen sich gegen den Trend

Gibt es Anlass zur Hoffnung? Ja, den gibt es. Zum einen stemmen sich die Minenaktien seit Donnerstag gegen den schwachen Trend bei den Edelmetallen. Schon zu Beginn des Jahres haben wir angemerkt, dass die Minenaktien die Rallye anführen sollten. Das haben sie auch getan. Seit Mitte März hat sich die Rallye bei den Minenaktien aber abgeschwächt. Die Aktien haben damit auch den kurzfristigen Trendwechsel bei Gold eingeläutet. Die neuerliche Stärke könnte nun der Vorbote auf eine Erholung sein.

Zum anderen macht auch die Entwicklung bei Silber Hoffnung. Das Edelmetall hat sich zuletzt deutlich schwächer entwickelt als Gold. Und das – auch das haben wir hier schon öfter geschrieben – ist eigentlich eher ungewöhnlich für eine Edelmetall-Rallye. Normalerweise zeigt sich Silber deutlich volatiler und hätte besser performen sollen als Gold. Doch Silber könnte den Abwärtstrend jetzt früher überwunden haben als Gold. Ein gutes Zeichen, das ebenfalls auf einen Trendwechsel hindeuten könnte.

Fassen wir zusammen: Die Korrektur beim Goldpreis ist überfällig gewesen. Vermutlich wäre sie schon etwas früher gekommen und wäre vermutlich nicht ganz so deutlich ausgefallen. Doch die Krim-Krise hat noch einmal für einen Schub beim Goldpreis gesorgt. Jetzt sollte eine Normalisierung eintreten. Die Minenaktien zeigen bereits wieder Stärke. In einer neuen Aufwärtsbewegung dürfte sich Silber besser entwickeln als Gold. Das wäre aus Sicht der Nachhaltigkeit der Bewegung auch wünschenswert. Mutige Anleger nutzen den Rücksetzer als Kaufgelegenheit.

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