Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: 5 Gründe, wieso ich diesen Rücksetzer kaufe

Erinnern Sie sich noch? Es ist gerade einmal drei Monate her, da stand der Mainstream Kopf. Gold nahm Kurs auf 1.300 Dollar und zahlreiche Aktienanalysten rieten zum Einstieg bei Gold. Damals veröffentlichte ich hier einen Artikel unter dem Titel „5 Gründe, wieso ich diese Rallye nicht kaufe“. Ein guter Tipp.

Heute hat sich das Bild in das Gegenteil verkehrt. Die Anleger flüchten aus Gold, Artikel machen die Runde, wonach Gold unter 1.000 Dollar fallen wird. Das Blut steht praktisch auf der Straße. Und an diesem Punkt sage ich Ihnen: Ich kaufe diesen Rücksetzer. Und das, obwohl der Chart schreit „Mach einen Bogen um mich“. Drei Monate nach meinem Artikel „5 Gründe, wieso ich diese Rallye nicht kaufe“ nenne ich Ihnen 5 Gründe, wieso ich diesen Rücksetzer kaufe.

  1. Das Sentiment: Die Anleger sind frustriert und werfen das Handtuch. Artikel kursieren, die Gold in einen furchtbaren Bärenmarkt fallen sehen – teilweise von den gleichen Analysten/Journalisten, die Ihnen noch vor drei Monaten zum Einstieg geraten haben. Ein derart negatives Sentiment ist bullish. Ein neuer Bullenmarkt wird in der Depression geboren.
  2. Die Minenaktien haben diesen jüngsten Abverkauf der Edelmetalle mehr oder minder gelassen zur Kenntnis genommen. Das HUI/Gold-Ratio hat kein neues Tief mehr gemacht. Die Minenaktien haben häufig (nicht immer) eine vorauslaufende Wirkung.
  3. Das Gold/Silber-Ratio . Dieses Ratio ist meines Erachtens eines der überbewertesten und am meisten missinterpretierten Ratios überhaupt. Doch eines lässt sich nicht von der Hand weisen. Sehr häufig haben Gold und Silber ihren Boden gefunden und eine starke Rallye auf das Parkett gelegt, wenn das Ratio bei rund 80 stand. Aktuell notieren wir bei 79.
  4. Die COT-Daten: Die großen Spekulanten kapitulieren. Binnen einer Woche haben sie ihre Netto-Longposition auf Gold um knapp 30 Prozent eingestampft. Und in diesen Zahlen ist der Rückgang von Freitag noch gar nicht enthalten.
  5. Die Banken wechseln auf die Long-Seite: Blickt man etwas tiefer in die COT-Daten, dann sieht man, dass die Commercials-Untergruppe Swap Dealer erstmals seit Januar 2016 wieder auf die Longseite gewechselt ist. Und die Swap-Dealer sind nichts anderes als die Bullionbanken.

 

Das bedeutet nicht, dass wir heute, hier und jetzt drehen. Wir haben theoretisch noch Luft bis in den Bereich rund um die Region von 1.180 Dollar. Aber das bedeutet in meinen Augen, dass sich bei Gold und – vermutlich zeitversetzt – auch Silber eine starke Aufwärtsbewegung anbahnt. Und deshalb bin ich bei diesem Rücksetzer auf der Käuferseite.

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