Gilead
- DER AKTIONÄR

Gilead und das Hepatitis-Problem

Die Biotech-Gesellschaft Gilead hat gestern mit den Zahlen zum ersten Quartal 2018 erneut für dicke Sorgenfalten gesorgt. Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis je Aktie lag im Berichtszeitraum unter den Schätzungen der Analysten. Derweil schrumpft das Geschäft mit Hepatitis-C-Medikamenten noch stärker als erwartet. Doch es gibt auch einen, wenn gleich auch kleinen Lichtblick im Zahlenwerk von Gilead.

Unter dem Strich sind ein Ergebnis von 1,48 Dollar je Aktie (Schätzung: 1,67 Dollar) und der Umsatzrückgang um 21,5 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar (Erwartung waren 5,4 Milliarden Dollar) zu wenig für die Anleger. Nachbörslich rutschte die Gilead-Aktie um über fünf Prozent ab. Hauptursache für die schwache Entwicklung ist das rückläufige Hepatitis-C-Geschäft, in dem der Konkurrent AbbVie immer mehr Marktanteile dem einstigen Biotech-Star abluchsen kann.

Quelle: Twitter-Account von Brad Loncar

Neue Produkte im Fokus

Zwar verfügt Gilead mittlerweile (auch dank der Übernahme von Kite Pharma) über neue Produkte am Markt. Doch bis diese Medikamente das wegbrechende Hepatitis-Geschäft kompensieren können, wird noch einiges an Zeit ins Land gehen. Dennoch entwickelten sich im ersten Quartal die Umsätze der Krebsimmuntherapie Yescarta mit 40 Millionen Dollar erfreulich. Analysten rechneten im Schnitt mit einem Erlös von 16 Millionen Dollar. Klingt nicht viel. Doch der Start macht Mut für die Zukunft Gileads im Bereich der Krebsimmuntherapie. Und auch vom neuen HIV-Medikament Biktarvy ist einiges zu erwarten. Immerhin hat das Produkt 35 Millionen zum Konzern-Umsatz beigetragen. Schließlich erhielt Biktarvy erst am 7. Februar 2018 die Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.

Anleger brauchen weiter Geduld

DER AKTIONÄR rät Anlegern bei Gilead vorerst weiter an der Seitenlinie zu bleiben. Zwar ist der Konzern bereits äußerst aktiv in Sachen Übernahmen und Kooperationen (unter anderem mit Sangamo) gewesen, um eine Trendwende einzuleiten. Doch es braucht weiter viel Zeit, bis Gilead die wegbrechenden Hepatitis-Erlöse komplett kompensieren kann. Einige Anleger haben nach der Bekanntgabe der Zahlen die Geduld verloren und sich von ihren Papieren getrennt.

 

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