Gea
- Maximilian Völkl

Gea Group: Das Geld, das niemand will

Es gibt Großaktionäre, deren Einstieg von Unternehmen gern gesehen wird – und es gibt Investoren wie Paul Singer. Selbst Gerüchte um den berüchtigten Investor und seinen Hedgefonds Elliott sorgen in den Chefetagen vieler großer Konzerne bereits für Unruhe. Denn Singer ist bei seinen Investments nicht gerade für zimperliches Vorgehen bekannt. Anleger können dagegen davon profitieren, dass Singer unbequeme Wahrheiten ausspricht und versucht, die Unternehmen möglichst schnell auf Profit zu trimmen. Zuletzt rückten auch deutsche Konzerne immer mehr in den Fokus des aktivistischen Investors.

Doch auch Paul Singer liegt bei seinen Investments nicht immer richtig. Beim Maschinenbauer Gea Group ist er im Oktober 2017 groß eingestiegen. Das Ziel: Nach mehreren Gewinnwarnungen sollten die Margen deutlich verbessert werden. Ursprünglich wollte Singer den Konzern dazu laut eigenen Aussagen nicht komplett umkrempeln. Inzwischen hat sich das geändert. Nachdem das Management um Konzernchef Jürg Oleas die Erwartungen erneut verfehlt hat, räumen Singer und der zweite Großaktionär Albert Frère auf. Zwar tragen beide Investoren den Umbau mit. Dieser soll aber unter neuer Führung vollzogen werden. Sowohl Oleas als auch Finanzvorstand Helmut Schmale werden ihren Hut nehmen, sobald geeignete Nachfolger für das langjährige Spitzenduo gefunden sind.

Um sich für die Zukunft zu rüsten, setzt Gea nun klare Prioritäten. Es wird sowohl auf relevante Zukäufe verzichtet als auch auf das Aktienrückkaufprogramm – bis Anfang Februar hatte der Konzern 6,24 Prozent des Grundkapitals erworben. Künftig soll das Geld vor allem für Investitionen genutzt werden. Zunächst einmal muss Gea nach den zahlreichen Enttäuschungen aber das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Sonst wird auch Singer Probleme bekommen, beim MDAX-Konzern sein Geld wiederzusehen.

Knifflige Aufgaben für Singer

Singer hat bereits häufig sein gutes Gespür für spannende Deals bewiesen. Bei Gea hat er jedoch unterschätzt, wie viele Herausforderungen zu lösen waren. Nach wie vor erscheint ein Einstieg hier zu riskant.

 

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| Dennis Riedl | 0 Kommentare

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