Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom knausert bei der Dividende – Aktie unter Druck

Über viele Monate wurde darüber spekuliert, wie hoch die Dividende bei Gazprom für 2016 ausfallen wird. Nun zeichnet sich ab, dass all diejenigen, die auf eine satte Anhebung der ohnehin schon relativ üppigen Ausschüttung des weltgrößten Erdgasproduzenten spekuliert haben, nun also doch eher enttäuscht werden dürften.

Denn der Verwaltungsrat des halbstaatlichen Unternehmens hat gestern vorgeschlagen, eine Dividende von 8,04 Rubel auszuzahlen. Mit einer Ausschüttung von insgesamt 191 Milliarden Rubel würde der Erdgasriese knapp 20 Prozent des nach IFRS ermittelten Jahresüberschusses an die Anteilseigner weitergeben. Damit würde Gazprom erneut nicht der 2016 geäußerten Forderung des Kreml nachkommen, wonach die halbstaatlichen Konzerne allesamt 50 Prozent der Gewinne als Dividende ausschütten sollen. Es war wegen der hohen Investitionen allerdings bereits erwartet worden, dass für Gazprom erneut eine Ausnahme gilt. Auch Staatschef Wladimir Putin hatte sich bezüglich der Dividende bereits dahingehend geäußert, dass man nicht allzu viel des „auf dem Papier angefallenen Gewinns“ auszahlen sollte.

Über sechs Prozent Rendite
Westeuropäische Anleger, die Gazprom-ADRs (ein ADR entspricht zwei Gazprom-Aktien!) in ihren Depots haben, würden demnach eine Dividende von 16 Rubel erhalten, was aktuell etwa 0,25 Euro entspricht. Daraus errechnet sich immerhin noch eine satte Dividendenrendite von 6,4 Prozent.

Angeschlagenes Chartbild!
Die Gazprom-Aktie ist nun wieder unter Druck geraten. Die niedriger als erhoffte Ausschüttugnsquote wurde etwa von der Sberbank ganz klar kritisiert. Angesichts des nun eingetrübten Chartbildes sollten nicht investierte Anleger vor einem Einstieg dringend eine Bodenbildung beziehungsweise eine Trendwende abwarten. Stichtag für die Dividende ist ohnehin erst im Juli. Wer die Papiere von Gazprom bereits im Depot hat, beachtet den Stopp bei 3,50 Euro.

 

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