Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Noch mehr Gas für Europa

Ungeachtet der Krise in der Ukraine und der anhaltenden Spannungen mit den westlichen Regierungen will sich Russland gegenüber Europa weiterhin als verlässlicher Partner präsentieren. Der habstaatliche Gasriese Gazprom hat nun erklärt, dass man bereit sei, die Lieferungen nach Europa in den kommenden Jahren noch weiter zu erhöhen.

So dürfte die Gasproduktion in Europa in Zukunft zurückgehen. Der Bedarf wird hingegen voraussichtlich weiter steigen. Gazprom erklärte, man könne die zentral- und westeuropäischen Länder über die Ostsee-Pipeline North Stream sowie die geplante Pipeline South Stream mit zusätzlichem gas beliefern. Zudem sei auch angedacht, an der Ostseeküste eine Gasverflüssigungsanlage (LNG) zu errichten, um die wichtigsten Absatzmärkte für Gazprom in Europa auch per Tanker versorgen zu können.

Europa ziert sich

Die westlichen Regierungen wollen jedoch lieber die Abhängigkeit von Russland endlich reduzieren. Im vergangenen Jahr deckte Erdgas aus Russland fast ein Drittel des Bedarfs. Die Alternativen zu Gas aus Russland sind allerdings relativ rar gesät. Ein rascher Ausbau der Erneuerbaren Energien ist nur schwer zu realisieren und ist natürlich mit zahlreichen Problemen verbunden. Verstärkt auf Kohle zu setzen, wäre vor allem sehr umweltschädlich. Und gas aus anderen Regionen herbeizuschaffen – egal ob per Tanker oder noch zu bauender Pipeline – äußerst kostspielig.

Die Ziele vieler Politiker in Zukunft weniger stark von russischen Gasimporten abhängig zu sein, dürften sich in dne nächsten Jahrne wohl kaum erreichen lassen.

Aktie immer noch ein absolutes Schnäppchen

Ungeachtet aller Risken und Probleme ist die Bewertung der Gazprom-Aktie derzeit eigentlich ein Hohn. Das Unternehmen, das über die weltweit größten Reserven eines strategisch wichtigen Rohstoffs verfügt, notiert noch immer knapp 70 Prozent unter dem Buchwert, das KGV beläuft sich auf gerade einmal 2,7. Mutige, langfristig orientierte Anleger können daher weiterhin zugreifen, für konservative Anleger bleibt der Wert hingegen eher ungeeignet.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Ist das nicht zu viel?

Gazprom hat angekündigt, dass bei der anstehenden Reise von Konzernchef Alexej Miller nach China die Pläne für eine zweite Pipeline in das Land konkretisiert werden sollen. Diese zweite, westliche Route könnte langfristig aus strategischer Sicht durchaus sinnvoll sein, kurzfristig überwiegen aber … mehr
| Thorsten Küfner | 1 Kommentar

Gazprom: Das tut weh

Mit der Aktie des Erdgasriesen Gazprom geht es im heutigen Handel merklich bergab. Damit trübt sich auch das zuvor freundliche Chartbild wieder etwas ein. Der Hauptgrund für die schwache Performance des Kurses dürfte vor allem ein kritischer Analystenkommentar aus dem Hause Morgan Stanley sein. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Wird die hohe Verschuldung zum Risiko?

Der weltgrößte Erdgasproduzent Gazprom hat ehrgeizige Pipelinepläne, um seine ohnehin schon enorme Marktmacht in Europa weiter auszubauen. Darüber hinaus will man noch in diesem Jahrzehnt erstmals auch China mit sibirischem Erdgas versorgen. Doch all diese Projekte sind teuer und verschlechtern die … mehr