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Gazprom: Gefahr durch den Iran?

Der Gasgigant Iran betritt wieder die internationale Bühne - und will die Exporte des Rohstoffs zu einer seiner wichtigsten Einnahmequellen machen. Auch Kunden in Europa könnten profitieren, falls ein größeres Angebot die Preise drückt. Für den Gazprom wäre eine derartige Entwicklung natürlich eher negativ zu werten.

Iran hat nach Russland mit 29,6 Trilliarden Kubikmetern die zweitgrößten Gasreserven der Welt, das Ölministerium selbst schätzt die aktuellen Reserven sogar auf 34 Trilliarden Kubikmeter. In Zukunft soll verstärkt Gas ins Ausland gehen. "Der Erdgas-Export ist mittel- und langfristig eines der strategischen Wirtschaftsziele", sagte Vize-Ölminister Amir-Hussein Samani-Nia laut Medienberichten. Er rechnet in den nächsten 10 bis 15 Jahren mit Milliardengewinnen aus dem Geschäft mit den Nachbarländern und besonders mit Europa. Am Ende könnte mehr Gas am Weltmarkt die Preise für Haushalte und Industrie senken.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betont zudem, mehr Lieferländer würden die Unabhängigkeit der deutschen Versorgung erhöhen. "Dabei können langfristig Reserven aus dem kaspischen Raum eine Rolle spielen", sagt Anke Tuschek vom BDEW.

Kein Anlass zur Sorge
Es dürfte noch viele Jahre dauern, bis die notwenige Infrastruktur fertig ist, damit der Iran auch Europa mit Erdgas beliefern wird. Gazprom-Aktionäre müssen sich diesbezüglich jedenfalls keine größeren Sorgen machen. Zumal bis dahin der chinesische Markt für den russischen Rohstoffriesen ohnehin vielleicht schon der wichtigste Absatzmarkt sein wird.

 

Mutige können zugreifen
Rückenwind erhielt die Gazprom-Aktie indes vom jüngsten Kaufsignal des Ölpreises, der wegen der Öl-Tochter Gazpromneft und der Koppelung zahlreicher Lieferverträge an den Ölpreis wichtig für den Gasriesen ist. Die Aussichten hellen sich ähnlich wie das Chartbild weiter auf. Mutige Anleger können bei der extrem günstig bewerteten Aktie weiter zugreifen (Stopp: 2,60 Euro). Für konservative Anleger bleiben die Titel wegen der hohen Risiken hingegen eher ungeeignet.

(Mit Material von dpa-AFX)

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