Facebook
- Benedikt Kaufmann

Facebook mit gemischtem Quartal – mehr Umsatz trotz sinkender Nutzungsdauer

Gemischte Zahlen für das vierte Quartal: Die Bilanz zeigte sich von der besten Seite, doch Nutzer verbringen weniger Zeit auf Facebook.

Top-Bilanz

Die Zahlen des vierten Quartals übertrafen die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn je Aktie betrug 2,21 Dollar – erwartet wurden 1,95 Dollar. Auch der Umsatz lag mit 13,0 Milliarden Dollar über den Schätzungen der Analysten von 12,6 Milliarden Dollar. Das Werbegeschäft erreichte im starken Weihnachtsquartal damit einen neuen Umsatzrekord. Die Wachstumsrate liegt bei unglaublichen 47 Prozent.

Für das Wachstum ist nicht nur die um 14 Prozent auf 2,13 Milliarden steigende Zahl der monatlich aktiven Nutzer verantwortlich. Der Konzern konnte zudem die durchschnittlichen Umsätze je Nutzer (ARPU) auf 6,18 Dollar verbessern.

Bedenklicher Trend oder notwendige Maßnahme?

Doch nicht jede Kennzahl, die Facebook veröffentlichte, löste Begeisterung bei den Anlegern aus, wie die erste Reaktion auf die Zahlen zeigt. So nahm die Zahl der täglichen Nutzer auf dem umsatzstarken nordamerikanischen Markt ab. Zeitgleich verbrachten die Nutzer 50 Millionen Stunden pro Tag weniger auf dem größten sozialen Netzwerk – eine direkte Auswirkung der Änderung im Newsfeed.

Zuckerberg hatte die Änderung bereits vor einer Woche angekündigt und erklärt, dass Nutzer weniger Nachrichten und Inhalte von Firmen-Seiten und stattdessen mehr Beiträge von Freunden und Gruppen erhalten. Die Realität ist jedoch, dass für den Austausch unter Bekannten mittlerweile andere Plattformen genutzt werden – doch keine Angst, Instagram gehört zu Facebook. Zur Kernessenz eines sozialen Netzwerks zurückzukehren wird jedoch eine heikle und schwierige Aufgabe. Denn die damit einhergehenden schrumpfenden Nutzungszeiten können sich leicht auf die Werbeumsätze durchschlagen.

Anleger vertrauen jedoch auf den von „Zuck“ angeordneten Strategiewechsel. Es herrscht Einigkeit, dass die Qualität des Produkts im Vordergrund stehen muss. Die Maßnahmen, die bereits ergriffen wurden, sind vielseitig: Die Verbreitung von viralen Videos wurde reduziert, Werbung für Kryptowährungen verboten und die Zahl der Angestellten massiv erhöht. Die Kosten hat Facebook dabei gut im Griff. Diese sanken im vierten Quartal weiter – die operative Marge erhöht sich auf 57%.

Langfristig bleiben die Aussichten top

Prognosen für das nächste Jahr gab Facebook angesichts der erst kürzlich verabschiedeten US-Steuerreform noch nicht an. Doch angesichts der Umstellung des Newsfeeds könnte das Fiskaljahr 2018 holprig werden. DER AKTIONÄR bleibt jedoch langfristig bullish für die Facebook-Aktie. Es gilt, die aussichtsreichen Plattformen Instagram und WhatsApp nicht zu vergessen. Deren Monetarisierung steckt noch in den Kinderschuhen und liefert künftiges Kurspotenzial.

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