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- Michael Schröder - Redakteur

EZB-Sitzung: Draghi verschiebt mögliche Entscheidungen auf Dezember – DAX zieht an

Alles bleibt wie es ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wichtige Entscheidungen über ihr billionenschweres Wertpapierkaufprogramm auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die heutigen Aussagen des Notenbankchefs Mario Draghi zur künftigen Geldpolitik fallen einmal mehr recht vage aus.

Möglicherweise werden diese Weichen auf der kommenden Sitzung im Dezember gestellt, wie EZB-Chef Draghi am Donnerstag in Frankfurt vorsichtig andeutete. So lägen im Dezember neue Projektionen des EZB-Mitarbeiterstabs zu Wachstum und Inflation vor, die der EZB als Entscheidungshilfe dienen. Sollte es notwendig werden, werde die Notenbank alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente einsetzen, bekräftigte Draghi.

Auf der Sitzung am Donnerstag hat sich der geldpolitische Rat nach Worten Draghis jedoch noch nicht mit der Zukunft der Wertpapierkäufe beschäftigt. Der Rat habe nicht über eine Verlängerung der Käufe über März 2017 hinaus debattiert, sagte Draghi auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die geldpolitischen Beschlüsse. Auch habe man sich nicht mit der Möglichkeit einer Verringerung des monatlichen Kaufvolumens (Tapering) beschäftigt. Ein abruptes Ende der Wertpapierkäufe sei jedoch unwahrscheinlich, schränkte Draghi ein. Vor den Aussagen Draghis hatte die EZB beschlossen, ihre extrem lockere Geldpolitik unverändert fortzusetzen.

Spekulationen über eine schrittweise Verringerung des Kaufvolumens waren zuletzt aufgrund von Medienberichten aufgekommen. Sie hatten an den Finanzmärkten zu spürbar höheren Marktzinsen geführt. Damit verbunden gab es Spekulationen, wie die Notenbank nach dem vermeintlichen Enddatum März 2017 mit ihren Käufen verfahren will. Im Falle einer Verlängerung stellt sich die Frage, ob es wie bisher Käufe von monatlich 80 Milliarden Euro oder weniger beziehungsweise mehr sein sollen. Außerdem stellt sich die Frage, wie die EZB mit absehbaren Knappheiten am Anleihemarkt umgehen will.

Mit diesen Problemen beschäftigen sich seit einigen Wochen Fachgremien der EZB. Draghi sagte, man habe sich auf der geldpolitischen Sitzung am Donnerstag einen Überblick über den Stand der Gremienarbeit verschafft. Außerdem habe man die wirtschaftliche Lage im Euroraum besprochen - ansonsten nichts. 

"Die EZB hat wie erwartet im Oktober (noch) keine Änderung ihrer Geldpolitik vorgenommen. Sowohl die Leitzinsen als auch die Parameter des Ankaufprogramms blieben unverändert. Weder Tapering noch eine QE-Ausweitung wurden heute diskutiert. Für den Dezember sind technische Anpassungen des Ankaufprogramms sehr und eine Verlängerung der Ankäufe so gut wie sicher. Zu den Details blieb Draghi erwartungsgemäß vage bis nichtssagend: Sowohl eine unendliche Dauer als auch ein abruptes Ende seien unwahrscheinlich. Der Blick richtet sich nun auf die Dezembersitzung", kommentiert Christian Lips von der Nord/LB die jüngsten Nachrichten.

An den Finanzmärkten legte der Euro nach den Aussagen Draghis zunächst deutlich zu, er gab seine Gewinne zum Dollar aber schnell wieder ab und fiel anschließend auf ein Tagestief. Auch der DAX zeigte sich zunächst recht volatil, legte dann aber deutlich zu.

Aber: Erst wenn der Leitindex die horizontale Hürde bei 10.802 Punkten nachhaltig überwunden hat, kann man von einem Befreiungsschlag für die Bullen sprechen. Dann wiederum könnte es schnell weiter in Richtung 11.480 Punkte gehen. Auf der Unterseite bleibt vorerst alles beim Alten. Neben den zahlreichen horizontalen Unterstützungen ist die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 10.020 Punkten verläuft, die eigentlich markante Unterstützung.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

 

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