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- DER AKTIONÄR

Ex-Nationalspieler Simon Rolfes mag die Börse: "Ich glaube an die Aktie"

Im Gastbeitrag für den AKTIONÄR erklärt Simon Rolfes, was für ihn den Reiz der Aktienmärkte ausmacht - und warum es sich lohnt, aufmerksam durch die Weltgeschichte zu gehen.

Im Gegensatz zur großen Mehrheit meiner Landsleute macht mir die Börse Spaß. Gerne lese ich den Wirtschaftsteil der Tageszeitung, Geschäftsberichte, auch den AKTIONÄR. Hingegen wollen die meisten Deutschen absolute Sicherheit, nichts anderes. Aktien? Um Himmels willen, da könnte man ja Geld verlieren! Kann man kurzfristig ja auch, aber langfristig wird man zu den Gewinnern zählen. Egal, zu welchem Zeitpunkt man in den vergangenen Jahrzehnten Aktien gekauft hat, zehn, spätestens 15 Jahre später war man im Plus.

Aber wer weiß das schon in Deutschland? In den USA hat fast jeder Aktien zur Altersvorsorge, die haben es verstanden. An deutschen Esstischen redet man über alles Mögliche, aber nicht über den deutschen Mittelstand und warum es sich lohnt, hier zu investieren.

Als Fußballer habe ich sehr früh begriffen, dass es schnell vorbei sein kann mit der Karriere und dass das bis dahin verdiente Geld nicht bis ins Alter reichen wird. Für mich stand schnell fest: Aktieninvestments sind die Altersvorsorge.

Ein Ratschlag, den ich mir gemerkt habe, war der von Peter Lynch: Gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Weltgeschichte. Wenn ein paar Mannschaftskameraden gebannt auf der Playstation zocken, muss man direkt schauen, welches Spiel denn da so toll ist. Wenn man auf der Autobahn im Stau steht, weil mal wieder Lkws den Verkehr aufhalten, sollte man sich fragen: Kann das so weitergehen? Meiner Meinung nach gehört die Zukunft des Güterverkehrs der Schiene, weswegen ich in VTG-Aktien investiert habe. Seit 2013 hat sich der Aktienkurs von VTG verdoppelt.

Oder nehmen Sie den Sportartikelmarkt. Früher wurden die erste und zweite Bundesliga entweder von Adidas oder Puma ausgerüstet. Dann kam Nike dazu, jetzt Under Armour. Im Moment steht die Firma von Kevin Plank da, wo Nike im Fußball vor 20 Jahren stand. Under Armour könnte eine große Zukunft vor sich haben.

Wichtige Eindrücke habe ich immer auf Reisen gewonnen. Mit Werder Bremen war ich 2002 zum ersten Mal in Donezk. Damals war alles noch recht karg und ärmlich. 2013 war ich mit Bayer Leverkusen dort – es war eine völlig andere Stadt: etliche Luxusboutiquen, Starbucks-Cafés, Autohäuser. Da war mir klar: Die Menschen haben viel nachzuholen, mit steigendem Wohlstand werden sie immer mehr konsumieren. Sie werden dafür sorgen, dass die Konzerne noch lange Zeit sehr gut verdienen werden. Deswegen halte ich auch die Angst wegen China für übertrieben.

Wenn du Fußball spielst, darfst du keine Angst haben. Du musst immer an deine Chance glauben, sonst hast du schon verloren. Ich hoffe, dass die Deutschen das bei der Geldanlage irgendwann genauso sehen: Börse ist etwas Risiko und hohe Chance.

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