Evotec
- Marion Schlegel - Redakteurin

Evotec-Aktie: Analysten mit Kritik – kommt 2016 die Wende?

Die Aktie von Evotec hat seit dem Jahresanfang deutliche Verluste hinnehmen müssen. Von gut vier Euro ist das Papier zuletzt bis auf fast 3,40 Euro nach unten durchgereicht worden. Nun haben die Analysten von Montega die Aktie erneut genauer unter die Lupe genommen. „Aufgrund der jüngsten Unternehmensmeldungen wird absehbar, dass Evotecs Umsätze aus Abschlagszahlungen, Meilensteinen und Lizenzen für das abgelaufene Geschäftsjahr deutlich hinter unseren Erwartungen zurückbleiben werden“, so Analyst Dr. Stefan Schröder. Zuletzt konnte das Unternehmen das Erreichen folgender Meilensteine vermelden: Mitte Dezember gab Evotec die Erreichung zweier wichtiger praklinischer Meilensteine im Rahmen seiner Multi-Target-Allianz mit Bayer bekannt. Die Meilensteine wurden für die Überführung zweier Projekte des Portfolios in die spätphasige Forschung sowie in die präklinische Entwicklung für die Behandlung von Endometriose erreicht. Anhand früherer Erfolgsmeldungen der Bayer-Allianz schätzt Schröder die Höhe der hieraus resultierenden Zahlungen auf insgesamt rund drei bis vier Millionen Euro.

Im Januar vermeldete Evotec einen weiteren Meilenstein im Rahmen seiner TargetAD-Kooperation mit J&J-Tochter Janssen Pharmaceuticals auf dem Gebiet der Alzheimer-Erkrankung. Aufgrund des frühen Status schätzt Schröder den Umsatzbeitrag auf weit unter eine Million Euro.

Kräftig Nachschub im Portfolio

Bereits das 9-Monatsergebnis 2015 wies mit Umsätzen an Upfronts, Meilensteinen und Lizenzen von lediglich 4,6 Millionen Euro einen klaren Rückstand zum Vorjahr auf, der sich nun im vierten Quartal weiter verschärft hat, so der Analyst. Aufgrund des zeitlichen Abstandes zum abgelaufenen Geschäftsjahr ist mit weiteren Erfolgsmeldungen über zurückliegende Meilensteine für 2015 nicht mehr zu rechnen. Mit aktuell geschätzten 8 Millionen Euro sollten sich diese erfolgsbasierten Umsätze daher im Vergleich zum Vorjahr praktisch halbiert haben (2014: 16,1 Millionen Euro).

Eine Trendwende bei erfolgsabhängigen Umsätzen sollte in diesem Jahr gelingen, stellt Schröder in Aussicht. Denn mit einem kräftig wachsenden Portfolio von derzeit über 70 Entwicklungsprojekten hat Evotec das Fundament für einen anhaltenden Nachschub an innovativen Produktkandidaten gelegt. Evotecs Wirkstoffprojekte befinden sich zwar überwiegend in frühen Phasen, sie bieten jedoch aufgrund der vielfach verfolgten innovativen Ansätze ein beträchtliches Potenzial für die langfristige Wertentwicklung. Montega vergibt weiterhin das Anlageurteil „Halten“, senkt das Kursziel aber leicht von 4,20 Euro auf 4,10 Euro.

Im Zuge der jüngsten Korrektur ist die Aktie von Evotec unter den Stopp des AKTIONÄR gerutscht und wurde verkauft. DER AKTIONÄR sieht allerdings ebenfalls im laufenden Jahr die Chance auf eine deutliche Verbesserung der Geschäfte bei Evotec. Nach einer erfolgreichen Bodenbildung greifen risikobereite Anleger deswegen wieder zu.

(Mit Material von dpa-AFX)

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