Lufthansa
- Thorsten Küfner - Redakteur

Easyjet zieht Lufthansa und Ryanair in den Keller – gut für den Lufthansa-Put

Der Brexit durchkreuzt auch die Gewinnpläne des Billigfliegers Easyjet. Der Umsatz je Passagiersitz dürfte in Folge der Unsicherheit in diesem Sommer deutlicher zurückgehen als bisher gedacht. Zudem dürften gestiegene Treibstoffpreise und ungünstige Wechselkurse das Ergebnis im Ende September endenden Geschäftsjahr zusätzlich belasten.

Easyjet-Chefin Carolyn McCall versucht nun an anderen Stellen im Unternehmen zu sparen. Der Luftfahrtverband IATA schätzt, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach dem Brexit und der Wertverfall des britischen Pfunds die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um drei bis fünf Prozent nach unten drückt. Besonders heftig könnte der Austritt der Briten aus der EU die seit Jahren boomenden Billigflieger Ryanair und Easyjet treffen - je nachdem, ob Großbritannien in Zukunft weiterhin dem Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU angehört.

Während klassische Fluglinien in der Regel aus ihren Heimatländern in andere Staaten und zurück fliegen, sind Maschinen der britischen Easyjet bisher auch auf Strecken wie von Berlin nach Budapest unterwegs. Die irische Ryanair hat einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Großbritannien stationiert. Schon am Freitag bat die Easyjet-Führung die EU-Kommission, "den Verbleib des Vereinigten Königreichs im Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU zu priorisieren". Die Gesellschaft feilt bereits an Möglichkeiten, wie sie weiterhin in all ihren Märkten fliegen könnte.

Eine Reihe ungünstiger Entwicklungen

Schon in den Monaten April bis Juni hatte Easyjet unerwartete Belastungen zu schultern. Wegen des Fluglotsenstreiks in Frankreich, schlechten Wetters und Problemen am Flughafen London-Gatwick seien mehr als 1.000 Flüge ausgefallen, hieß es. Der Umsatz je Passagiersitz sei in dem Quartal daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent gesunken - das Management hatte lediglich sieben Prozent Rückgang erwartet.

Im gesamten zweiten Geschäftshalbjahr bis Ende September dürfte der Umsatz je Sitz daher um mindestens einen mittleren einstelligen Prozentsatz schrumpfen, schätzt die Easyjet-Spitze. Eine genauere Prognose soll es bei der Vorlage der Quartalszahlen am 21. Juli geben.

Shorties auf der Gewinnerseite
Die Aktien von Easyjet verlieren zwischenzeitlich 30 Prozent an Wert. Auch die Papiere der Wettbewerber wie Lufthansa oder Ryanair geraten heftig unter Druck. AKTIONÄR-Leser, die in dem Ausgabe 24/16 empfohlenen Lufthansa-Wave-Put mit der WKN XM9NYL investiert sind, sollten nun den Stopp zur Gewinnsicherung auf 5,90 Euro anheben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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