Airbus Group
- Markus Bußler - Redakteur

EADS: Kommt die Aktie unter die Räder?

Die Aktie des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS kommt nicht in die Gänge. Obwohl die Börsen derzeit einen Rekord nach den anderen verbuchen, gibt es bei EADS immer wieder Verkäufe. Offensichtlich kommt der Sparkurs nicht so gut an. Dies könnte auch mit der Angst vor Streiks zu tun haben.

Tausende EADS-Mitarbeiter haben am Donnerstag gegen Pläne für einen umfangreichen Stellenabbau im Rüstungsgeschäft des Luft- und Raumfahrtkonzerns protestiert. An etlichen Standorten des Unternehmens rief die IG Metall zu Kundgebungen auf. Bundesweit versammelten sich nach Angaben der Gewerkschaft rund 20.000 Beschäftigte vor den Toren gewichtiger Standorte wie Manching, Hamburg, Bremen, Speyer und Augsburg, um ihren Ärger über die noch nicht im Detail vorliegenden Pläne des Managements Luft zu machen. 

Der Aktionstag sei eine Warnung, „dass die Beschäftigten von EADS Entscheidungen zu ihren Lasten und über ihre Köpfe hinweg nicht hinnehmen werden“, sagte der Chef des EADS-Konzernbetriebsrates, Rüdiger Lütjen. „Wer den Konzern sinnvoll umbauen und seine Leistungsfähigkeit erhalten möchte, muss sie mitnehmen und ihre Interessen berücksichtigen.“ Das sei wichtiger, als durch überzogene Renditeerwartungen die Börse zu beeindrucken. 

„Verständnis für die Sorgen“

Der Konzern will am 9. Dezember den Arbeitnehmervertretern Details zu den geplanten Kürzungen nennen. „Wir haben Verständnis für die Sorgen unserer Mitarbeiter“, sagte ein EADS-Sprecher. Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit des Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäfts langfristig sicherzustellen. „Dazu sind aber - wie bereits von Tom Enders angekündigt - auch deutliche Einschnitte nötig.“ EADS bekommt wie andere Rüstungsunternehmen die Sparpolitik in vielen europäischen Ländern zu spüren. 

Jobkürzungen auf der Agenda

Enders hatte zuletzt mehrfach betont, dass der Umbau des schwächelnden Wehrgeschäfts nicht ohne Jobkürzungen ablaufen werde. Nach dpa-Informationen könnten nach der angekündigten Zusammenlegung der Raumfahrttochter Astrium und der Rüstungssparte in der neuen Einheit Airbus Defence & Space bis zu 8000 Stellen wegfallen. Thomas Pretzl, Betriebsratschef der EADS Deutschland GmbH, warf Enders vor, dass die Steigerung der Rendite Vorrang vor den Menschen habe. 

„Tom Enders reicht unser Gewinn nicht, er will mehr“, sagte Pretzl in Manching. „Wegen dieser Maßlosigkeit müssen wir und unsere Familien zu Weihnachten um unsere Existenzen bangen.“ Bayerns neue Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sicherte den Beschäftigten im Freistaat ihre Unterstützung zu. „Ich stehe in ständigem Kontakt mit Tom Enders und der Unternehmensspitze, Gewerkschaftsvertretern und dem Betriebsrat“, sagte Aigner. 

Diese Aussagen deuten auf einen Arbeitskampf hin. An der Börse wird das nicht gern gesehen. Zwar sind die Aussichten langfristig ungebrochen gut. Da vor allem die Tochter Airbus mit prallen Auftragsbüchern glänzt. Doch kurzfristig belasten die Unsicherheiten den Kurs. Dennoch: Investierte Anleger bleiben an Bord.

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