Airbus Group
- Markus Bußler - Redakteur

EADS: Auch das noch

Gestern hat EADS sein umfangreiches Sparprogramm für die Verteidigungssparte bekannt gegeben. Heute gibt es für die Beschäftigten erneut eine Hiobsbotschaft: Weitere Jobs könnten auf dem Spiel stehen. Die Aktie knickt deutlich ein.

Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht weitere Jobs in Gefahr, sollte es keine neuen Bestellungen für das Kampfflugzeug Eurofighter geben. Bis 2017 gebe es noch Aufträge für den Jäger, blieben weitere aus, werde es 2018 zusätzlich Jobkürzungen geben müssen, sagte der Chef der neuen Sparte Airbus Defence & Space, Bernhard Gerwert. Der künftig unter dem Namen Airbus Group firmierende EADS-Konzern hatte am Montag den Abbau von 5.800 Arbeitsplätzen vor allem im Rüstungsbereich bis 2016 angekündigt. 

Betriebsbedingte Kündigungen schließt Konzernchef Tom Enders angesichts des geplanten Abbaus nicht aus. Die Details der Stellenstreichungen sollen bis Mitte 2014 mit den Gewerkschaften verhandelt werden. Die Notwendigkeit der harten Einschnitte verteidigte der Manager erneut. Jetzt nichts zu unternehmen, wäre unverantwortlich, sagte Enders. IG Metall und EADS-Betriebsrat erwarten angesichts der Pläne lange Verhandlungen mit dem Management. 

Verständnis aus der Politik 

Allein 2.600 Stellen sollen in Deutschland wegfallen. Auch wenn nach den vorliegenden Informationen die meisten Arbeitsplätze in Bayern wegfallen sollten, wo die größeren Rüstungsstandorte sind, „gibt es keine Entwarnung für den Norden“, sagte Heiko Messerschmidt, Sprecher der IG Metall Bezirk Küste. Konkrete Zahlen für die einzelnen EADS-Standorte wurden noch nicht vorgelegt. 

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) äußerte Verständnis für EADS. „Wir können als Staatsregierung jetzt nicht einen Strukturwandel, der auf das rückläufige Rüstungsgeschäft zurückzuführen ist, völlig vermeiden.“ Der Stellenabbau müsse „so verträglich wie möglich erfolgen“. Seehofer sagte: „Ich habe Tom Enders dieses Anliegen auch noch einmal so gesagt. Ich gehe davon aus, dass das dort auch so gesehen wird.“ 

In der Belegschaft sorgte vor allem die Ankündigung möglicher betriebsbedingter Kündigungen für Verunsicherung. „EADS ist ja kein Sanierungsfall“, sagte Messerschmidt. Insgesamt geht es EADS trotz der Probleme im Rüstungsbereich glänzend - dank der größten und wichtigsten Tochter Airbus, die mit ihren prallen Auftragsbüchern Milliarden einbringt. 



DER AKTIONÄR hatte zuletzt dazu geraten, bei EADS eine Position aufzubauen. Doch das Chartbild trübt sich zusehends ein. Und auch der Gesamtmarkt neigt derzeit zur Schwäche. Anleger sollten daher zur Verlustbegrenzung einen Stoppkurs im Bereich von 47,00 Euro setzen.

(mit Material von dpa-AFX)

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